Währungskommissar: Griechenland gehört in die Euro-Zone, nicht an die Seite Russlands
EU warnt Athen vor Eskapaden

Eine Woche vor dem Kreml-Besuch des griechischen Premiers Alexis Tsipras warnt das offizielle Europa vor übergroßer Moskau-Nähe. "Es ist klar, dass Russland keine Alternative für Griechenland ist", sagte EU-Währungskommissar Pierre Moscovici der portugiesischen Zeitung "Diário de Notícias".

Griechenlands Platz sei in der Eurozone mit 18 weiteren EU-Staaten, betonte der französische Kommissar. Tsipras will am 8. April in die russische Hauptstadt reisen. Russland hatte der neuen griechischen Regierung bereits Hilfe zugesagt. Zu den öffentlich geäußerten Zweifeln von Tsipras an westlichen Russland-Sanktionen verwies eine Sprecherin der Kommission auf die Erklärung des EU-Gipfels von Ende März. Die Linie lautete damals, dass die EU-Wirtschaftssanktionen voraussichtlich bis Ende des Jahres verlängert werden sollen. "Uns ist nicht bekannt, dass irgendeine Regierung in diesem Hinblick ihre Haltung verändert hat", sagte die Sprecherin. In den Verhandlungen über ein griechisches Reformpaket als Voraussetzung für weitere Milliardenhilfen zeichnet sich weiter keine rasche Einigung ab. In einer Telefonkonferenz der Staatssekretäre der Finanzministerien der 19 Euroländer ging es laut Diplomaten lediglich um eine Bestandsaufnahme. Wegweisende Beschlüsse waren nicht geplant. Es gebe immer noch keine umfassende Reformliste aus Athen, hieß es in EU-Kreisen.
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