Wahl bringt Portugals Spar-Regierung in Bedrängnis
Unruhige Zeiten

Das frühere Euro-Krisenland Portugal steht nach der Parlamentswahl vor einer schwierigen Regierungsbildung. Das konservative Regierungsbündnis mit seiner strengen Sparpolitik ist nach der Richtungswahl in Bedrängnis geraten. Die Zwei-Parteien-Allianz "Portugal à Frente" (PàF/Portugal voran) von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho ging zwar aus der Abstimmung am Sonntag erneut als stärkste Kraft hervor. Sie verlor aber die absolute Mehrheit im Parlament. Passos strebt aber eine neue Regierung an.

Die drei linken Oppositionsparteien, die die Sanierungspolitik beenden wollen, gewannen gemeinsam mehr als die Hälfte aller Sitze in der "Assembleia da República". Aus ihrer Sicht haben die Wähler für einen Regierungs- und Politikwechsel gestimmt. Aber: Zur Möglichkeit einer linken Regierungskoalition sagten die Führer der Oppositionsparteien vorerst nichts Konkretes. Bezeichnend für die ungewisse Lage war, dass Präsident Anibal Cavaco Silva, der nun eine Fraktion mit der Regierungsbildung beauftragen muss, am Montag erstmals den Feierlichkeiten zur Proklamation der Portugiesischen Republik am 5. Oktober 1910 fernblieb. Das Staatsoberhaupt müsse sich auf seine künftigen Maßnahmen konzentrieren, sagte ein Sprecher des Präsidialamtes.
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