Wahlkampf in den USA
Republikaner verlieren Kontrolle über Trump

Drei Monate noch bis zur Präsidentschaftswahl in den USA - und die Republikaner sind in hellem Aufruhr. Ihr polternder Kandidat Donald Trump lässt sich nicht in den Griff bringen.

Washington. Die US-Republikaner wissen nicht mehr, wie sie mit ihrem wild um sich schlagenden Präsidentschaftskandidaten Donald Trump umgehen sollen. Der 70 Jahre alte Immobilienmilliardär aus New York hat die Partei drei Monate vor der Wahl in die vielleicht tiefste Krise seit Watergate gestürzt. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Trumps Umfragewerte sind im freien Fall. Landesweit hat seine Konkurrentin Hillary Clinton einen Vorsprung im zweistelligen Bereich. Viel schlimmer aus Sicht der Republikaner ist aber, dass Trump offenbar beratungsresistent ist. Einflussreiche Größen in der Partei wie der frühere Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Newt Gingrich, kommen nicht an ihn heran. Der frühere Parteichef Michael Steele sprach am Donnerstag Klartext. "Wenn du diesen Job haben willst, dann wäre es gut, wenn du anfängst, dich so zu verhalten. Sonst ist es vorbei."

Partei stocksauer


Die Parteiführung ist nach einer Serie von Trumps Fehltritten binnen weniger Tage stocksauer. Parteichef Reince Priebus "platzt vor Wut" über Trump, wird kolportiert. Nach den Negativschlagzeilen hatte Trump nichts Besseres zu tun, als führenden Köpfen der eigenen Partei trotzig die Gefolgschaft bei wichtigen Vorwahlen zu verweigern.

Die Angst geht um


Die Republikaner müssen nicht nur befürchten, den Kampf um das Präsidentenamt zu verlieren. Sie bangen auch um die Mehrheit im Senat, wenn nicht sogar im Abgeordnetenhaus. Bei den Parlamentariern geht die nackte Angst um ihren Job um. Einige stellen die Frage, ob Trump überhaupt wirklich Präsident werden will, manche mutmaßen, er würde selbst eine erfolgreiche Wahl gar nicht annehmen. Wieder andere streuen das Gerücht, in der Partei sei eine geheime Kommandoaktion im Gange, die Trump als Kandidaten noch vor der Wahl absägen will.
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