Wahlkampf um Barack Obamas Nachfolge in zwei Jahren: Duell Hillary Clinton gegen Rand Paul ...
Ex-First-Lady oder smarter Jungsenator

Rand Paul, muss man den kennen? Vielleicht doch. Der smarte Jungsenator aus Kentucky könnte nächster US-Präsident werden. Oder wird Hillary Clinton, Ex-First-Lady, Ex-Senatorin und Ex-Außenministerin, die erste Präsidentin in den Vereinigten Staaten? Weder die 67 Jahre alte Clinton noch der 51-jährige Paul ließen bisher offiziell verlauten, ob sie zur Wahl am 8. November 2016 antreten. Aber eigentlich warten alle nur noch auf den Zeitpunkt.

Die letzten Ergebnisse der Zwischenwahl vom Dienstag liegen noch nicht vor, und Präsident Barack Obama bleibt noch zwei Jahre im Amt, aber der Wahlkampf um seine Nachfolge hat längst begonnen.

Pauls Attacken

Eigentlich schon am Wahlabend. Paul griff Clinton im TV-Sender Fox News frontal an: Die Wähler hätten nicht nur Präsident Obama, sondern auch ihr die kalte Schulter gezeigt. Clinton habe Wahlkampf in Kentucky, Arkansas und Iowa gemacht, aber in allen drei Staaten hätten Demokraten gegen Republikaner verloren. Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit: Denn zwölf Demokraten profitierten von Clintons Unterstützung und gewannen ihre Rennen.

"Sterne gehen auf, und Sterne verglühen", beschreibt die Denkfabrik Brookings das Schicksal von Politikern bei Zwischenwahlen. Da wäre beispielsweise Martin O'Malley. Der ehemalige Gouverneur des Bundesstaates Maryland erntete in demokratischen Kreisen viel Aufmerksamkeit. Seine nationalen Ambitionen seien das am schlechtesten gehütete Geheimnis, heißt es. Würde der 51-Jährige es wagen, Hillary Clinton bei einer parteiinternen Vorwahl herauszufordern?

O'Malleys Stern scheint eher unterzugehen und Clinton ein Problem weniger zu haben. O'Malley hatte einen Nachfolger für das Gouverneursamt praktisch handverlesen, nur verlor der gegen seinen republikanischen Herausforderer. Und das muss man in einer Hochburg der Demokraten wie Maryland erst einmal schaffen. O'Malley treffe ein gerüttelt Maß Mitschuld, meinten Kommentatoren. Außer Clinton und O'Malley brachte sich bei den Demokraten noch kein Möchtergern-Kandidat in Stellung. Ganz anders sieht es bei den Republikanern aus. Da wäre beispielsweise Rand Paul, dessen Stern an Strahlkraft bei den Zwischenwahlen mächtig gewonnen hat - obwohl er überhaupt nicht zur Abstimmung stand.

Das renommierte "Time"-Magazine widmete dem marktliberalen Republikaner aus Kentucky schon vor der Wahl Titelseite und -geschichte. Der Senator habe sich neu erfunden und sei von der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung zu einem der einflussreichsten Politiker im Land aufgestiegen. Der Senator beeindrucke nicht nur Spender, sondern auf Wahlkampfveranstaltungen Menschen aus allen Schichten. "Time" kürte ihn zum "Interessantesten Mann in der Politik".

Clintons Mathematik

Kein Republikaner war im Wahlkampf der Partei so gefragt, wie der smarte und attraktive Politiker aus Kentucky. Durch 32 Bundesstaaten tourte er, wie das Politikmagazin "The Hill" nachrechnete. Die Tea-Party-Ikone Ted Cruz war im Vergleich dazu nur in elf Staaten gefragt, und Senator Marco Rubio aus Florida in neun.

Es wäre wirklich keine Überraschung, wenn Paul, Cruz und Rubio ihre Kandidatur anmeldeten. Nur haben sie gegen Clinton eine Chance? Cruz argumentiert, dass strammes erzkonservatives Profil als Kontrast zur liberalen Clinton Erfolg verspreche. Damit meint er natürlich sich. Und Clinton? Die könnte einfache Mathematik und Statistik auf ihrer Seite haben. Bei der Präsidentenwahl 2016 stehen auch 33 Senatoren zur Wahl, unter ihnen 23 Republikaner.

Dass die Demokraten sich Sitze erobern werden und der Senat wieder kippt, scheint ausgemachte Sache. Clinton könnte auf dieser Erfolgswelle schwimmen. Darüber hinaus könnte der von Republikanern dominierte Kongress ein Glücksfall für Clinton sein. Sie müsste sich weniger von Obama abgrenzen und hätte mit der Republikaner-Mehrheit im Kongress ein klares Feindbild.
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