Wehrbeauftragter fordert Investitionsoffensive
Kampf ums Geld

Der scheidende Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus hat teils unzumutbare Mängel bei Ausrüstung und Kasernen der Bundeswehr angeprangert und mehr Geld für die Truppe verlangt. Die Bundeswehr stehe an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit, heißt es in seinem letzten Jahresbericht, den der FDP-Politiker am Dienstag vorlegte. "Die jetzt dringend notwendigen Verbesserungen erfordern erhebliche finanzielle Aufwendungen", sagte er. Andernfalls werde sich die "Abwärtsspirale" noch schneller drehen.

Die größten Probleme identifizierte Königshaus in den Bereichen Ausrüstung, Ausbildung und Zustand der Unterkünfte. "Die Rückstände bei der baulichen Unterhaltung und der Instandhaltung des Geräts haben einen nicht länger hinzunehmenden Umfang erreicht", heißt es in dem Bericht. Der Wehrbeauftragte des Bundestags führt das vor allem darauf zurück, dass sich das Verteidigungsministerium jahrelang auf eine gute Ausrüstung der Truppe im Einsatz konzentriert und dabei den Grundbetrieb zu Hause vernachlässigt habe. Der Wehrbeauftragte kritisierte auch, dass sich die Einsatzbelastung auf bestimmte Truppenteile konzentriere.

"Unzumutbar überfordert"

In besonders beanspruchten Bereichen wie Lufttransport und Sanität sieht Königshaus teils "unzumutbare Überforderungen" von Soldaten. Für unzumutbar hält er auch den Zustand vieler Kasernen. 38 Prozent der Soldaten-Unterkünfte wiesen größere Mängel auf. Neun Prozent, das heißt 269 von 3000 Gebäuden, seien eigentlich unbewohnbar - würden aber bewohnt. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen versprach, sich um eine Behebung der Mängel zu bemühen. Den Bericht verstehe sie als "Ansporn, in die Tiefe der Probleme weiter vorzudringen".
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