Welternährungskonferenz fordert verstärkten Kampf gegen den Hunger
Papst beklagt "Primat des Profits"

Papst Franziskus hat bei der UN-Ernährungskonferenz in Rom zu mehr Solidarität und konkreten Aktionen im Kampf gegen den Hunger in der Welt aufgerufen. Es gebe die "moralische Verpflichtung, den wirtschaftlichen Reichtum der Welt zu teilen", sagte der Argentinier am Donnerstag in Rom. Herausforderungen seien die mangelnde Solidarität und die fehlende Verteilungsgerechtigkeit in der Welt. Die Delegierten aus rund 170 Ländern tagen noch bis heute in Rom.

Auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sprach bei der zweiten Welternährungskonferenz nach 1992. "Wir haben kein Kalorienproblem, wir haben ein Erzeugungs-, Versorgungs- und Organisationsproblem", sagte Schmidt. Der Papst erneuerte bei seinem ersten Besuch einer UN-Organisation auch seine Kapitalismus-Kritik. Der Kampf gegen Hunger werde durch den "Primat des Profits" behindert, der Lebensmittel zu einem Spekulationsgut mache. Franziskus zitierte Papst Johannes Paul II., der bei der Konferenz 1992 vor einem "Paradox des Überflusses" gewarnt hatte. "Es gibt genug Nahrung für alle, aber nicht alle können essen", kritisierte Franziskus nun.

Zur Konferenz kamen auch hochrangige Gäste wie die spanische Königin Letizia sowie US-Ökonom Jeffrey Sachs sowie Melinda Gates, Ehefrau des Microsoft-Gründers Bill Gates. Nach UN-Schätzungen haben weltweit immer noch 805 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Bei der ersten Konferenz 1992 waren es noch etwa eine Milliarde Menschen.
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