Wernberg-Köblitz: Familie setzt 25.000 Euro Belohnung für Hinweise zum Täter aus
Mordfall Loew: Ein Hilferuf

Raubmord an Dieter Loew: Ein Großaufgebot an Polizeikräften nahm am 22. Dezember 2014 am Tatort in der Graf-Schall-Straße die Ermittlungen auf. Um die Arbeit der Kriminalpolizei Amberg zu unterstützen, haben Dieter Loews Kinder nun für konkrete Hinweise, die zur Klärung des Verbrechens führen, eine Belohnung in Höhe von 25.000 Euro ausgesetzt. Archivbild: Völkl

Wernberg-Köblitz. (cv) Es ist ruhig geworden, zu ruhig für die Kinder von Dieter Loew, der kurz vor Weihnachten in seinem Anwesen in Wernberg-Köblitz so brutal misshandelt wurde, dass er an den Folgen verstarb. Die Familie hat jetzt 25.000 Euro Belohnung für Hinweise auf den oder die Täter ausgesetzt.

Dem 76-jährigen Dieter Loew waren in der Nacht zum 22. Dezember 2014 in seinem Haus in der Graf-Schall-Straße mit einem stumpfen Gegenstand so schwere Schädel- und Gesichtsverletzungen zugefügt worden, dass er vier Wochen später in einem Regensburger Krankenhaus an den Folgen verstarb.

Die Polizei sicherte am Tatort Spuren. Dieter Loew lebte alleine im Haus. Ein Großaufgebot an Polizeibeamten rückte an, Nachbarn wurden befragt, Führer mit Mantrailer-Hunden durchkämmten das große Waldstück um das Anwesen. Die Spezialisten der Spurensicherung waren tagelang im Haus. Bei der Kripo Amberg wurde zur Aufklärung des Verbrechens die "Einsatzgruppe (EG) Wernberg" gebildet. Vonseiten der Angehörigen des Opfers und des Landeskriminalamts wurde eineinhalb Monate nach der Tat bereits ein Versuch unternommen, über eine Belohnung Hinweise auf Feststellungen rund um den Tatort in der Wernberger Graf-Schall-Straße oder dem weiteren Umfeld zu bekommen.

Im Visier der Ermittler

Ins Visier der Ermittler gerieten dann Mitte März die getrennt lebende 52-jährige Ehefrau von Dieter Loew und ihr Partner, ein 26-jähriger Polizist. Mit einem Großaufgebot rückte die Polizei an, durchsuchte Häuser, Wohnungen und Liegenschaften, stellte Gegenstände und Dokumente sicher, von denen laut Staatsanwaltschaft nicht auszuschließen war, dass sie eine Verbindung zum Tatanwesen hatten. Ermittelt wurde wegen Mordes und schweren Raubes mit Todesfolge. Allerdings gab es keinen Haftbefehl, die beiden Verdächtigen wurden auch nicht in Untersuchungshaft genommen, sondern blieben auf freiem Fuß.

Die beiden fuhren daraufhin schwere Geschütze gegen die Ermittlungsarbeit der Polizei auf, suchten die Öffentlichkeit, um den Tatverdacht zu entkräften. Die Kriminalpolizei gab sich zum damaligen Zeitpunkt bedeckt, wies die Vorwürfe aber entschieden zurück. Seit dem Auffinden des Opfers durch eine im Nebenhaus wohnende Pflegekraft "laufen die kriminalistisch äußerst umfangreichen und aufwendigen Ermittlungen der EG Wernberg der Kriminalinspektion Amberg ohne Unterbrechungen auf Hochtouren", hieß es in einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Oberpfalz. "Einzelheiten zum Stand der Ermittlungen sind aus taktischen Überlegungen derzeit nicht möglich."

Seitdem sind rund dreieinhalb Monate vergangen. Zum Stand der Ermittlungen betont Oberstaatsanwalt Thomas Strohmeier auf Anfrage unserer Zeitung, dass die kriminaltechnischen Untersuchungen der in Deutschland und Österreich sichergestellten Spuren noch nicht abgeschlossen sind. "Es geht da um winzige Splitter und Faserspuren, um aufwendige mikroskopische Untersuchungen in der kriminaltechnischen Abteilung des LKA. Es gebe auch eine Reihe von Beweisermittlungsanträgen der Beschuldigten, mit dem Ziel, entlastende Gesichtspunkte einzubringen. "Daraus wird eine Gesamtbewertung erfolgen", so Strohmeier. Zudem habe auch eines der Kinder aus erster Ehe Akteneinsicht beantragt.

"Objektive Beweise"

Stehen die getrennt lebende Ehefrau und ihr Partner weiter unter Verdacht? Strohmeier bezieht sich auf die Spuren und die Sachlage, die sich bei Einleitung der Ermittlungen gegen die Tatverdächtigen ergeben haben. Wenn sie beendet sind, sei die Sachlage "neu zu bewerten", je nachdem, was sich an belastendem und entlastendem Material ergeben habe. Äußerungen, die gemacht würden, seien für die strafrechtliche Bewertung sekundär. Sie sei "vom Finden objektiver Beweise abhängig". In der Bevölkerung machen auch Vermutungen in Richtung osteuropäischer Bandenkriminalität die Runde. Für den Oberstaatsanwalt scheidet ein "zufälliges Eindringen eines Täters", der vermutete, dass hier etwas zu holen sei, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus.

25 000 Euro Belohnung

Die Familie Loew unternimmt nun nochmals einen Vorstoß: Loews Tochter Alexandra und ihre vier Geschwister haben für konkrete Hinweise, die zur Aufklärung und Ergreifung des Täters führen können, die Summe von 25 000 Euro ausgesetzt. Die Familie möchte die Ermittlungsarbeit der Kriminalpolizei Amberg unterstützen und mit der hohen Summe nochmals einen Anreiz schaffen. Der Aufruf, der am Wochenende im "Neuen Tag" erscheint, ist für Alexandra Loew ein "Hilferuf nach draußen. Wir machen weiter, schließlich ist es unser Vater, der ums Leben gekommen ist."
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