Westfälische Nachrichten
Pressestimmen

Die Zeitung aus Münster schreibt zur Wahl in Bremen:

Die SPD steckt tief in der Defensive, und der Druck auf Sigmar Gabriel, der Fotos mit "Verlierer" Böhrnsen tunlichst vermied, wächst. 2016 stehen gleich mehrere bedeutende Landtagswahlen an - die Ouvertüre für die Bundestagswahl 2017 -, und Gabriel muss liefern. Bremen könnte für ihn zum Experimentierfeld werden: Rot-Grün verfügt nur über eine knappe Mehrheit, könnte mit der wiederbelebten FDP einen Ampel-Flirt versuchen. Eine solche Mehrheit erführe auch im Bund deutlich mehr Popularität als die abschreckenden rot-rot-grünen Machtspielchen.

Die Welt

Die Zeitung aus Berlin kommentiert zum gleichen Thema:

Jens Böhrnsen ... ist mit Würde aus seinem Amt geschieden. Leichter, anders, besser wird dadurch allerdings nichts an der Weser. Das liegt zunächst einmal an der Opposition, an der CDU vor allem. Die Bremer, auch das haben das Wahlergebnis und die nachfolgenden Analysen gezeigt, wollten endlich einen Wechsel an der Spitze. Allein, es fehlte an einem zugkräftigen Angebot. Ob die SPD weiter mit den Grünen, vielleicht doch wieder mit der Union oder womöglich mit den Linken paktiert, ist da fast schon Wurst. Es wird auch noch ein bisschen dauern, bis das entschieden ist.

Frankfurter Rundschau

Das Blatt merkt ebenfalls zum Rücktritt Böhrnsens an:

Die Koalition hat unter Böhrnsens Führung bei einer Wahlbeteiligung von unter 50 Prozent nicht einmal mehr das Vertrauen von einem Viertel der Bremer erhalten. Doch daran ändert sein Rücktritt nichts. Nur müssen nun andere damit fertig werden - indem sie sich der CDU als größerem Juniorpartner zuwenden? Das dürfte eher noch mehr SPD-Anhänger vergraulen. Persönliche Enttäuschung ist keine politische Kategorie. Böhrnsen hätte aus dem Wahlergebnis das Beste machen müssen.

Münchner Merkur

Die Zeitung meint:

Verlierer in Bremen ist die Demokratie. Erstmals blieb bei einer Landtagswahl im Westen die Hälfte der Wähler zu Hause. ... Gerade viele Arme wählen nicht mehr: Das trifft vor allem die alte Tante SPD. Aber es höhlt auch unser Gemeinwesen aus, wenn immer weniger mitmachen.
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