Wieder Zwischenfall im Südchinesischen Meer
Peking will auch Den Haags Urteil nicht anerkennen

Hanoi. Kurz vor dem Urteil über Pekings umstrittene Territorialansprüche im Südchinesischen Meer hat Vietnam erneut schwere Vorwürfe gegen China erhoben. Chinesische Schiffe hätten am Samstag bei den von beiden Ländern beanspruchten Paracel-Inseln ein vietnamesisches Fischerboot gerammt und zum Sinken gebracht. Die Chinesen hätten die Rettung der Fischer behindert, sagte Phan Van On, Sprecher des Such- und Rettungsdienstes in der Provinz Quang Ngai, am Montag. Ein anderes Fischerboot habe die Fischer schließlich retten können.

Am Dienstag urteilt der internationale Schiedshof in Den Haag als erste internationale Instanz in dem seit Jahren schwelenden Streit. Es geht darum, ob Chinas Ansprüche auf Hoheit über den Großteil des Meeres - eine Fläche zehn mal so groß wie Deutschland - rechtmäßig sind.

Der Schiedshof entscheidet nicht, wem die Riffe tatsächlich gehören. Es geht lediglich darum, ob von den umstrittenen Riffen ein Hoheitsanspruch abzuleiten ist. China erkennt das Schiedsgericht nicht an und will das Urteil ignorieren.
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