Wo die Parteien die meisten Stimmen holten
Hochburgen

Stuttgart/Magdeburg. Das starke Ergebnis der AfD bei den drei Landtagswahlen müssen die übrigen Parteien erst mal verdauen. In Baden-Württemberg wird die SPD in ihrer Hochburg Mannheim von den Rechtspopulisten überholt. Der Neuling holte sogar das Direktmandat, genau so wie in Pforzheim. Dort sei das AfD-Programm nach Angaben von Alexander Hensel vom Institut für Demokratieforschung der Universität Göttingen bei der deutsch-russischen Community, bei strenggläubigen protestantischen Pietisten und Sympathisanten rechter Positionen gut angekommen.

Noch stärker war sie in Sachsen-Anhalt, wo im aussterbenden Bitterfeld fast jede dritte Stimme (31,9 Prozent) auf ihr Konto ging. In den östlichen Bundesländern scheint die AfD gerade mit schärferen Tönen zu punkten. Eine Hochburg der grünen Wahlsieger in Baden-Württemberg ist Stuttgart, wo alle vier Direktmandate an die Öko-Partei fielen. Im rheinland-pfälzischen Trier holte die SPD-Spitzenkandidatin Malu Dreyer mit knapp 50 Prozent ihr bestes Erststimmenergebnis.

Wo die AfD in Baden-Württemberg abräumen konnte, ist die Arbeitslosigkeit höher als anderswo, es gibt Arbeitermilieus und einen beträchtlichen Migrantenanteil. Die Partei sei für Abgehängte der Gesellschaft vermutlich deshalb so attraktiv, weil sie mit ihrem konservativen Programm Halt verspreche, sagt Hensel.
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