Wohnhausbrand: Nachbarn retten Seniorin - mit Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus [Update]
Feuer in Neubernricht

Bild: gf

Neubernricht. (upl) Großalarm bei der Amberger Stadtfeuerwehr am Freitagnachmittag. Mit Löschzug und Drehleiter rückten die Einsatzkräfte gegen 16.15 Uhr zu einem Wohnhausbrand nach Neubernricht aus. Die ersten Meldungen ließen das Schlimmste befürchten: "Womöglich sind noch Kinder im Gebäude!

Als der Notruf bei der Feuerwehr einging, war die 87 Jahre alte Bewohnerin des Einfamilienhauses bereits in Sicherheit. Zwei Männer aus der Nachbarschaft hatten die Frau aus der Wohnung im Erdgeschoss geholt. "Sie war völlig aufgelöst", erzählte einer der Retter. "Sie wollte das Feuer mit einer Gießkanne löschen." Die Nachbarn brachten die schwer unter Schock stehende Seniorin ins Freie, übergaben sie den Rettungssanitätern.

Mit Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus

Die Bewohnerin erlitt nach Angaben der Polizei vom Samstag eine Rauchgasvergiftung und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Ebenso erlitt ein Feuerwehrmann bei den Löscharbeiten eine Brandwunde am Handgelenk und musste ambulant behandelt werden. Entwarnung konnte damit aber noch lange nicht gegeben werden.

Keine Kinder im Haus

Die Frau hatte während ihrer Rettung mehrmals von Kindern gesprochen, die noch im Haus seien. Obwohl ihre beiden Töchter und der Sohn längst erwachsen sind und telefonisch erreicht werden konnten, gingen die Einsatzkräfte mit schwerem Atemschutz auf Nummer sicher. Etwa eine halbe Stunde später gab Stadtbrandrat Bernhard Strobl sichtlich erleichtert bekannt, dass keine weitere Person in Gefahr geraten sei. Die Atemschutzträger hatten das Haus vom Keller bis zum Dachboden durchsucht.

Bilder: gf

Brand schnell gelöscht

Der Brand, der vermutlich im Wohnzimmer ausgebrochen war, war schnell gelöscht. Die Flammen hatten allerdings über das Fenster auf das Gebälk des Dachstuhles übergegriffen. Von der Drehleiter ließen sich zwei Feuerwehrmänner an die Eindeckung heranfahren, um die Ziegel zu zerschlagen und den schwelenden Brand von außen zu bekämpfen.

Kriminalpolizei Amberg übernimmt Ermittlungen

Die Ermittlungen zur genauen Brandursache wurden von der Kriminalpolizei Amberg übernommen. Nach derzeitigem Sachstand brach der Brand in einem Zimmer im Erdgeschoß aus, in dem ein Holzofen betrieben wurde, und griff dann auf den Dachstuhl über. Die Schadenshöhe dürfte bei 70 000 Euro liegen. Das Einfamilienhaus kann derzeit wegen Einsturzgefahr nicht betreten werden. Bei den Löscharbeiten waren die Feuerwehren aus Amberg und Ammersricht eingesetzt.
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