Wut der Straße

Nicht nur in Pakistan brennen bei anti-westlichen Protesten Flaggen und Puppen. Dagegen herrscht in Belgien nach dem vereitelten Terroranschlag Nervosität. Soldaten patrouillieren. In Frankreich werden zwei getötete Attentäter anonym beigesetzt.

Die belgischen Behörden suchen mit Hochdruck nach möglichen Hintermännern des vereitelten Terroranschlags gegen Polizisten. Im Land herrscht Alarmzustand, seit ein größerer Anschlag von Islamisten in letzter Minute vereitelt wurde. Bei dem Anti-Terror-Einsatz im ostbelgischen Verviers waren am Donnerstag zwei gesuchte Extremisten ums Leben gekommen. Danach wurden 15 Personen festgenommen, davon zwei in Frankreich.

In Brüssel bewachten Soldaten das Jüdische Museum, wo ein Attentäter im Mai vier Menschen ermordet hatte. Militär unterstützte die Polizei auch in Antwerpen. Die Regierung hatte angekündigt, bis zu 300 Soldaten in den großen Städten einzusetzen. Unter dem Eindruck der Bedrohung wurde ein Zwölf-Punkte-Plan zum Kampf gegen Terrorismus und Radikalismus auf den Weg gebracht.

Festnahme in Griechenland

Drei im Zuge der verschärften Terrorfahndung festgenommene Männer wurden wieder freigelassen. Festnahmen in Griechenland könnten nach Angaben der belgischen Ermittler in Zusammenhang mit den vereitelten Anschlagsplänen stehen. Es werde erwogen, in Athen die Auslieferung eines von zwei festgenommenen Männern zu beantragen. In Frankreich wurden zwei der drei getöteten Terroristen am Wochenende anonym beigesetzt.

Zehn Tage nach den tödlichen Attentaten in Frankreich erschien am Samstag die erste Ausgabe des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" in Deutschland - und war wie in anderen Teilen Europas binnen kurzem ausverkauft. Am heftigsten waren die Reaktionen auf die Darstellung des Propheten Mohammed auf der Titelseite des Magazins im Niger. In zentralafrikanischen Land gingen Muslime den zweiten Tag in Folge auf die Straße. Seit Freitag starben mindestens zehn Menschen, mindestens sieben Kirchen standen in Flammen. Tausende Demonstranten gingen am Sonntag in Pakistan auf die Straße. Islamische Gelehrte der angesehenen Azhar-Universität in Kairo riefen Muslime erneut dazu auf, die Karikaturen zu ignorieren. Gläubige sollten sich nicht durch die "Ignoranz" anderer verleiten lassen, hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung.
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