yrische Rettungsorganisatio setzt sich für Kriegsopfer ein
Alternativer Nobelpreis für Weißhelme

"Die Auszeichnung ist auch eine Anerkennung für die Tapferkeit der Zivilbevölkerung in Syrien, die versucht, ein Leben in Würde zu führen." Zitat: Raed al Saleh, Direktor der Stiftung "Weißhelme" nach der Preisvergabe

Stockholm. Für ihr Engagement im syrischen Bürgerkrieg ist die Organisation Weißhelme mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden. Zum ersten Mal geht der Preis, der seit 1980 an 166 Kämpfern für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden aus 68 Ländern vergeben wurde, damit nach Syrien, wie die Right-Livelihood-Stiftung am Donnerstag in Stockholm berichtete. Außerdem wurden die ägyptische Feministin Mozn Hassan, die russische Menschenrechtsaktivistin Swetlana Gannuschkina und die türkische Zeitung "Cumhuriyet" geehrt. Die Preisträger teilen sich das Preisgeld von umgerechnet rund 313 000 Euro.

Die Weißhelme der "Syria Civil Defense" gelten auch als Kandidat für den Friedensnobelpreis. Rund 3000 Freiwillige riskieren seit 2013 ihr Leben, um ihre Mitmenschen nach Bombenangriffen aus den Trümmern zu retten. Mehr als 60 000 Leben seien es laut der Right Livelihood Stiftung. "Die Weißhelme sind tief berührt", sagte deren Direktor Raed al Saleh nach der Preisvergabe. Die Auszeichnung sei auch eine Anerkennung "für die Tapferkeit der Zivilbevölkerung in Syrien, die versucht, ein Leben in Würde zu führen". Als Rettungskräfte ausgebildet, helfen die Weißhelme auch beim Aufbau der zerstörten Infrastruktur. Mehr als Hundert verloren selbst ihr Leben.

Unerschrocken investigativ


Die Redaktion der türkischen Zeitung "Cumhuriyet" zeichnete die Stiftung "für ihren unerschrockenen investigativen Journalismus ... trotz Unterdrückung, Zensur, Gefängnis und Morddrohungen" aus. "Zu einer Zeit, in der die Meinungsfreiheit in der Türkei zunehmend bedroht ist, beweist die Cumhuriyet, dass die Stimme der Demokratie nicht zum Schweigen gebracht werden kann", hieß es. Fünf Mitarbeiter sind im Laufe der Jahre ermordet, etliche vor Gericht gestellt worden. "Wir haben Putsche, Belagerungs- und Ausnahmezustände durchgemacht, aber niemals eine Einschränkung des Informationsrechts unserer Leser zugelassen", sagte der Präsident der Cumhuriyet-Stiftung, Orhan Enric.

Die ägyptische Feministin Hassan und ihre Organisation "Nazra für feministische Studien" bekommen den Preis "für ihren Einsatz für die Gleichstellung und die Rechte von Frauen unter Umständen von anhaltender Gewalt, Missbrauch und Diskriminierung". Hassan dokumentiert sexuelle Übergriffe und hilft den Opfern. Zudem setzt sie sich für die Aufnahme der Frauenrechte in die Verfassung ein und unterstützt Frauen bei der Kandidatur für politische Ämter. Hassan darf derzeit das Land nicht verlassen. Die Stiftung will erreichen, dass sie zur Preisverleihung nach Stockholm kommen kann.

Swetlana Gannuschkina engagiert sich seit 1990 in Russland mit ihrer Organisation Civic Assistance Committee für Migranten und Binnenvertriebene und hat mehr als 50 000 von ihnen rechtliche Unterstützung, humanitäre Hilfe und Bildung ermöglicht. Auch dass das Geflüchtetenrecht geändert wurde und zwei Millionen Menschen die russische Staatsbürgerschaft erhielten, sei Gannuschkina zu verdanken. Die ausgebildete Mathematikerin nannte die Preisvergabe "eine große Ehre und eine Solidaritätsbekundung".

Die Auszeichnung ist auch eine Anerkennung für die Tapferkeit der Zivilbevölkerung in Syrien, die versucht, ein Leben in Würde zu führen.Raed al Saleh, Direktor der Stiftung "Weißhelme" nach der Preisvergabe
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