Zahl der Toten bei Anschlag in Bagdad steigt auf 213
"Massenmord"

Bagdad. Die Zahl der Todesopfer bei dem verheerenden Anschlag in einem Einkaufsviertel Bagdads ist auf mindestens 213 gestiegen. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt, einige davon schwer, wie es am Montag aus dem Gesundheitsministerium hieß. Das US-Außenministerium sprach von einem "Massenmord" an Unschuldigen und sagte der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einen unnachgiebigen Kampf an. Bei dem Anschlag war am Sonntagmorgen ein Autobombe explodiert. Die Detonation und ein anschließendes Feuer zerstörten mehrere Gebäude fast vollständig. Der IS bekannte sich in einer Erklärung zu dem Attentat.

Die Zahl der Todesopfer könnte noch weiter steigen, da auch am Montag viele Leichen noch nicht identifiziert waren. Der Anschlag folgte nur wenige Tage auf die Attacke radikaler Islamisten in Bangladesch und dem Angriff auf den Flughafen in Istanbul, der ebenfalls dem IS zugeschrieben wird. Die sunnitischen Extremisten verüben im Irak regelmäßig Anschläge, mit denen sie vor allem Schiiten ins Visier nehmen. Der IS betrachtet diese als Abtrünnige und will die Spannungen im Irak zwischen den beiden Strömungen des Islams weiter verschärfen.

Anschlag in Medina


Im benachbarten Kuwait verhinderten Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben mehrere IS-Anschläge. Mehrere Verdächtige seien festgenommen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Kuna. In Medina (Saudi-Arabien) ist die Moschee mit dem Grab des Propheten Mohammed am Montag Ziel eines Selbstmordanschlags geworden. Der Attentäter habe sich bei einem Gebäude der Sicherheitskräfte vor der Moschee in die Luft gesprengt und vier Menschen mit in den Tod gerissen, berichtete der Nachrichtenkanal Al-Arabija. Fast zeitgleich mit diesem Anschlag gab es in der im Osten des Landes gelegenen Stadt Katif einen Selbstmordanschlag. Dort starb den Angaben zufolge nur der Attentäter. Bereits am frühen Morgen hatte sich ein Selbstmordattentäter in der Nähe des US-Konsulats in Stadt Dschidda in die Luft gesprengt. Dabei wurden zwei Sicherheitsmitarbeiter des Konsulats verletzt. (Kommentar)
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