Zehnjährige sprengt sich auf einem belebten Markt in Nigeria in die Luft: 20 Tote
Mädchen verübt Anschlag

Bei einem Selbstmordanschlag auf einem belebten Markt im Nordosten Nigerias sind mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Örtliche Medien berichteten, das Attentat in der Stadt Maiduguri sei von einem zehnjährigen Mädchen ausgeführt worden. Polizeisprecher Gideon Jubril sagte, bei dem Anschlag am Samstag seien 18 Menschen verletzt worden.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Der Ablauf trug aber deutlich die Handschrift der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram, die bereits mehrfach Attentate in Maiduguri verübt hat. Bei zwei Anschlägen auf den Markt der Hauptstadt des Bundesstaats Borno kamen Ende vergangenen Jahres Dutzende Menschen ums Leben. Die sunnitischen Fundamentalisten kämpfen im Norden des ölreichen Landes und in den angrenzenden Gebieten Kameruns für die Errichtung eines Gottesstaats.

Zuletzt hat es auch mehrere Anschläge gegeben, die von Mädchen und Frauen ausgeführt wurden. Vor wenigen Wochen erst führte die nigerianische Polizei eine 13-Jährige vor, die nach eigenen Angaben von Boko Haram zu einem Selbstmordanschlag gezwungen werden sollte. Sie war mit nicht gezündeter Sprengstoffweste festgenommen worden.

Einen Angriff von Boko-Haram-Kämpfern auf die Hauptstadt des Bundesstaats Yobe wehrten die nigerianischen Streitkräfte ab. Der Angriff auf Damaturu kam nur wenige Tage nach einer Offensive der Boko Haram im Bundesstaat Borno rund um die Stadt Baga, bei der Hunderte umkamen. Tausende sind geflohen. Ein Militärsprecher sagte am Sonntag via Twitter, die Armee zöge Truppen zusammen, um Baga zurückzuerobern. "Wir mobilisieren uns und formieren uns neu, um Baga zu retten."
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