Zitate von Richard von Weizsäcker

Richard von Weizsäcker hat wie kaum ein anderer Politiker mit Worten das politische Klima in Deutschland beeinflusst. Zitate von ihm:

Vergangenheitsbewältigung: "Der 8. Mai 1945 war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft." (Rede als Bundespräsident zum 40. Jahrestag der Kapitulation, Bonn, 8. Mai 1985)

Patriotismus : "Der Nationalist ist einer, der die anderen hasst. Der Patriot ist einer, der das eigene Land liebt und den Patriotismus der Nachbarn versteht und achtet." (ZDF-Interview, 21. Dezember 1986)

Deutsche Einheit: "Die Mauer in Berlin ist eine Realität; aber realistisch ist sie nicht, denn sie ist nicht vernünftig, nicht human. Deshalb wird sie in der geschichtlichen Perspektive keinen Bestand haben." (Als Bundespräsident am 18. März1986)

"Die Angleichung der Lebensverhältnisse des Ostens an den Westen ist ein großes Ziel, zu groß, als dass glaubwürdig versprochen werden dürfte, es ließe sich schon während der nächsten fünf Jahre wirklich erreichen." (Rede zum Jahrestag der deutschen Einheit, 3. Oktober 1992)

Kirche: "Als Laie habe ich in meiner Kirche Kraft geschöpft für die praktischen Herausforderungen eines jeden Tages." (Grußwort zum 92. Deutschen Katholikentag in Dresden, 29. Juni 1994)

Ausländer in Deutschland: "Die ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger bei uns müssen die Zuversicht bekommen, dass sie bei uns mit derselben Achtung ihre Menschenwürde leben können, wie die Deutschen auch." (Im ZDF zu ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Magdeburg, 15. Mai 1994)

Politik und Macht: "Nach meiner Überzeugung ist unser Parteienstaat von beiden zugleich geprägt, nämlich machtversessen auf den Wahlsieg und machtvergessen bei der Wahrnehmung der inhaltlichen und konzeptionellen politischen Führungsaufgabe." (Gespräch mit der "Zeit", 19. Juni 1992)

"Die große Mehrheit unserer Bürger beurteilt sehr nüchtern, worauf es langfristig ankommt. ... Deshalb warten die Bürger auf Wahlkämpfe, bei denen die Parteien nicht mit Billigangeboten werben, so als wären sie Supermärkte." (Weihnachtsansprache 1993) (dpa)
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