Zur Person: Avi Primor

Seit seiner Zeit als israelischer Botschafter in Bonn (1993-1999) ist Avi Primor für viele eine der wichtigsten Stimmen seines Landes in Deutschland. Auch nach seiner Pensionierung widmet er sich den deutsch-israelischen Beziehungen. Im Jahr 2004 gründete er das Zentrum für europäische Studien an der Universität Tel Aviv. Primor leitet den trilateralen Studiengang für israelische, palästinensische und jordanische Studenten. Zudem ist er Mitglied des Hochschulrates der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Primor wurde am 8. April 1936 in Tel Aviv geboren. Seine Mutter stammt aus Deutschland und überlebte als einzige ihrer Familie den Holocaust. Sein Vater war ein Sohn jüdischer Einwanderer aus den Niederlanden. Nach Wehrdienst und Studium der Politikwissenschaft und internationalen Beziehungen in Jerusalem, New York und Paris trat Primor 1961 in den diplomatischen Dienst seines Landes ein. Er war unter anderem Sprecher der israelischen Delegation bei den Genfer Friedensgesprächen im Jahr 1973 und von 1975 bis 1977 Sprecher des israelischen Außenamtes.

Im Jahr 1991 wurde er Präsident der Hebräischen Universität in Jerusalem und gründete das Institut für Europa-Studien, das 1995 in Helmut-Kohl-Institut umbenannt wurde. Primor wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Merite Européen in Gold und dem Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband. Der ehemalige Diplomat ist in zweiter Ehe verheiratet und hat drei Kinder. Der 78-Jährige veröffentlichte eine Reihe von Büchern. Vor vier Wochen erschien seine Autobiografie: "Nichts ist jemals vollendet". (paa)

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Avi Primor: "Nichts ist jemals vollendet. Die Autobiografie". Quadriga-Verlag 432 Seiten, 22,99 Euro.
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