Zusätzliche Truppen im Westjordanland
Israel setzt auf Militär

Nach Anschlägen palästinensischer Extremisten und blutigen Unruhen in den besetzten Gebieten schickt Israel zusätzliche Sicherheitskräfte ins Westjordanland und nach Ost-Jerusalem. Vier Bataillone sollen die Armeepräsenz in den Palästinensergebieten verstärken und mehrere ZHundert Polizisten im Osten und in der Altstadt von Jerusalem stationiert werden, beschloss das israelische Sicherheitskabinett auf seiner Sitzung in der Nacht zum Dienstag.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beauftragte außerdem Justizministerin Ajelet Schaked damit, die juristischen Prozeduren für die Zerstörung von Häusern zu beschleunigen, die palästinensischen Attentätern gehören. In der Nacht zum Dienstag zerstörte die Armee in Ost-Jerusalem die Häuser zweier Palästinenser, die 2014 Mordanschläge auf Israelis verübt hatten. Unterdessen nahm die Polizei fünf Männer fest, die den Mordanschlag auf ein Siedler-Ehepaar am vergangenen Donnerstag verübt haben sollen. Es handele sich bei diesen um mutmaßliche Mitglieder der radikal-islamischen Hamas, sagte Armeesprecher Peter Lerner in der Nacht zum Dienstag. Sie hätten in der Nähe der Siedlung Itamar das Feuer auf das Fahrzeug eröffnet, in dem die Siedler unterwegs waren. Die Tatverdächtigen hätten den Anschlag gestanden, sagte Lerner weiter.

Auslöser der jüngsten Welle der Gewalt war unter anderen die Tötung dreier Mitglieder einer Palästinenser-Familie bei einem Brandanschlag jüdischer Extremisten im Juli nahe Nablus. Die Täter wurden nicht gefasst. Auseinandersetzungen um die Gebetsrechte - auf dem Juden wie Muslimen gleichermaßen heiligen - Tempelberg in Jerusalem gaben den Konflikten weitere Nahrung.
Weitere Beiträge zu den Themen: Politik (7296)Jerusalem (68)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.