Zweieinhalb Jahre Haft für 36-Jährigen
„Bombennarr“

Frankfurt. Aus Angst vor ihm war 2015 in Frankfurt ein Radrennen abgesagt worden: Nun ist der Bombenbauer Halil D. zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Frankfurt verurteilte den Mann aus Oberursel am Montag nur wegen Urkundenfälschung und verbotenen Waffen- und Sprengstoffbesitzes. Den Hauptvorwurf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat hatte das Gericht bereits zuvor fallen gelassen.

Der 36-Jährige soll nach Ermittlererkenntnissen Kontakte in die salafistische Szene gehabt haben, wirkte im Prozess aber auch verwirrt. Das Gericht sah im Urteil keine "hinreichend konkreten" Anhaltspunkte dafür, dass der Mann "mit geistiger Nähe" zur IS-Terrormiliz am 1. Mai vergangenen Jahres einen Anschlag auf das Radrennen "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt" plante. Im Keller des Angeklagten war vor dem Rennen, das dann abgesagt wurde, außer verschiedenen Waffen eine funktionsfähige Rohrbombe gefunden worden.

Bei der gefundenen Rohrbombe hielt es das Gericht für wahrscheinlich, dass der Angeklagte das mit fast 250 Nägeln versehene Konstrukt bereits vor 20 Jahren in seiner Jugendzeit in Kassel gebaut habe. Dies hatte der 36-Jährige angegeben - Zeugen hatten dies bestätigt und ihn als "Bombennarr" beschrieben.
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