Kommentar zu Warnfotos auf Zigarettenpackungen
(K)ein Schock für Raucher

Rauchen macht blind und impotent. Es schadet Lunge, Herz, Haut und Blutgefäßen. Zigaretten verursachen Krebs, Herzinfarkte, Schlaganfälle. Und doch greifen noch Millionen zum Glimmstängel. Warum nur? Ohne Zweifel ist Rauchen eine Angewohnheit, die von Abhängigen zu selten als Sucht und zu oft als Genuss wahrgenommen wird. Kein vernünftiges Argument spricht dafür. Aber geht es im Leben immer nur darum, konsequent das Richtige zu tun? Gehört es nicht auch zu einem attraktiven Dasein, sich einen kleinen Rückzugsraum für Unvernunft zu bewahren?

Raucher haben es sich inzwischen abgewöhnt, in öffentlichen Räumen enthaltsamen Mitmenschen auf die Nerven und die Gesundheit zu gehen. Das müsste doch eigentlich genügen. Schockbilder von faulenden Kiefern und zerfressenen Organen verursachen Alpträume höchstens bei kleinen Kindern. Pädagogisch auch nicht besonders wertvoll.

Unbelehrbare Konsumenten können sich zumindest mit dem Gedanken trösten, dass sie den Staat weit weniger belasten als goldrichtig lebende Menschen, die wesentlich älter werden und mehr Rente und Pflege beanspruchen. Diese Kosten sind weit höher als jene für die Behandlung kranker Nikotin-Jünger. Das ist keine objektive Argumentation - aber um Vernunft geht es ja nicht mehr.

manfred.hartung@derneuetag.de

Zum Text "Schock auf Schachteln"
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