Kommentar zur Trump-Führung im US-Wahlkampf
Die Welt unter der Fuchtel der Super-Ego-Shooter

Ein Herz und eine Seele: Der lithauische Graffiti-Künstler Mindaugas Bonanu stellt die politische Nähe des neuen Duo infernale der Weltpolitik auf der Wand des Grill-Restaurants Keule Ruke in Vilnius dar. (Foto: dpa)

Die Stimmung in den USA kippt - der neuen Allianz aus FBI und Wikileaks sei Dank. "Trump is back!" Der einfache Mann von der Straße, die einfache Frau auf dem abgenutzten Bürgersteig der Demokratie - sie sind rätselhafte Wesen. Frei nach dem Motto: Die Welt ist kompliziert, wir wählen sie uns schön - wie etwa den Mann, dessen Frisur das geringste Problem ist.

Donald Trump ein Rassist und Chauvinist? "Na und, sind wir das nicht alle ein wenig", bestärkt der Narzisst seine Fans in ihren tumbsten Vorurteilen. Trump, ein sexistischer Frauenverächter? Nun, die Bewunderung der Zukurzgekommenen ist ihm sicher. Trump, ein autoritärer Protektionist? Ja klar, wer sich schwach fühlt will den starken Mann, der das eigene Heim beschützt - natürlich mit der National Rifle Association.

Keine Bedenken, dass der Milliardär ein Meister der Steuerhinterziehung ist? Sicher, wer würde nicht beim Familienvater, der mit zwei Jobs seine Familie ernährt, oder der alleinerziehenden Mutter, die sich keine Krankenversicherung leisten kann, beide Augen zudrücken? Aber sich zu freuen, wenn Raffkes auf Kosten maroder Schulen und Straßen Millionen ergaunern? Dazu gehört schon ein gerüttelt Maß an Selbstbetrug.

Nein, man muss Hillary nicht mögen. Aber auch wenn eine seltsame Koalition aus Wutbürgern, Jakob Augstein und Julian Assange Trump für weniger lebensgefährlich hält als die Syrien-Hardlinerin: Wie soll man sich eine Welt unter der Fuchtel der globalen Ego-Shooter Trump und Putin vorstellen? Spiel mir das Lied vom Tod!
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