Marsch der Verzweifelten
Tausende Lagerbewohner aus Idomeni zu Fuß nach Mazedonien

Angesichts der dramatischen Lage für Flüchtlinge in Nordgriechenland suchen sich immer mehr Menschen lebensgefährliche Schleichwege nach Mazedonien. Vom Flüchtlingslager Idomeni aus brachen am Montag Tausende auf. Bis zu 2000 Migranten durchquerten den reißenden Grenzfluss Suva Reka und erreichten Mazedonien, wie ein dpa-Reporter berichtete. An dieser Stelle gab es dem Anschein nach keinen Grenzzaun mehr, der die Menschen auf dem Weg in Richtung Deutschland aufhält. Drei afghanische Flüchtlinge gelangten andernorts zwar illegal nach Mazedonien, ertranken dort aber in einem Hochwasser führenden Fluss. Später zogen griechische Bereitschaftspolizisten auf und teilten den Menschen mit, ihr Vorhaben sei sinnlos: Auf mazedonischer Seite würden die Flüchtlinge bereits erwartet und von den dortigen Behörden wieder zurück über die Grenze nach Griechenland gebracht. Das improvisierten Lager Idomeni ist nach neuem Dauerregen völlig verschlammt. Viele Menschen leiden unter Atemwegserkrankungen. Die Behörden riefen die Migranten abermals auf, in andere Lager im Landesinneren zu gehen. Mehr als 10 000 harren dort weiter aus, um doch noch nach Österreich und Deutschland weiterreisen zu können. Der Zustrom über die Ägäis ist weiter enorm: Allein am Wochenende setzten nach Behördenangaben fast 4000 Migranten von der Türkei nach Griechenland über. Insgesamt sollen sich fast 50 000 Migranten im Land befinden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Flüchtlinge (1361)Idomeni (15)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.