1. FC Nürnberg
Club sucht Coach: Von Matthäus bis Stanislawski

Wer wird nach dem Abgang von René Weiler neuer Cheftrainer beim 1. FC Nürnberg? Die Verantwortlichen lassen sich Zeit, doch es kristallisieren sich schon Favoriten heraus.

Nürnberg. Natürlich waren auch jede Menge Fußballfans im Flieger, wie derzeit bei vielen Flügen gen Frankreich. Mitte der Woche hob Andreas Bornemann von Nürnberg Richtung Paris ab. Der Sportvorstand des 1. FC Nürnberg wollte aber kein Spiel der EM besuchen, in Sachen Fußball war er dennoch unterwegs. In Frankreich arbeitet derzeit Holger Stanislawski als ZDF-Experte. Es ist gut möglich, dass der 46-Jährige künftig auch Experte in Sachen Club ist. Der einstige Kult-Trainer beim FC St. Pauli (2006 bis 2011) gilt nach dem Abgang von René Weiler laut "Kicker" und "Nürnberger Zeitung" als aussichtsreicher Kandidat auf den Cheftrainer-Posten beim FCN. Am Pariser Flughafen gab es ein Treffen.

Desweiteren sollen auch der ehemalige England-Legionär Uwe Rösler und Alois Schwartz, Trainer des Nürnberger Zweitliga-Kontrahenten SV Sandhausen, auf der Kandidatenliste stehen. Manche Medien melden, er sei der Favorit.

Für ein paar Stunden soll am Freitag auch Lothar Matthäus ein Thema gewesen sein. Der Aufsichtsrat wolle ihn, vermeldete "Sport1". Aber anscheinend will Matthäus nicht.

Glöckler zum Auftakt


"Ich kommentiere gar nichts. Das passiert erst, wenn ich Vollzug vermelde", wird Bornemann im "Kicker" zitiert. Auch die Reise nach Paris bestätigte er nicht. Die Nürnberger Verantwortlichen wollen sich alle Zeit nehmen, um die bestmögliche Lösung auf dem Trainerposten zu finden. Die Saison wird angesichts der üblen Sparzwänge ohnehin schwer genug. Bornemann und sein Vorstandkollege Michael Meeske nähmen auch in Kauf, dass zum Trainingsauftakt am Montagnachmittag der neue Cheftrainer noch nicht feststeht. "Die Qualitätsfrage geht vor der Zeitfrage", sagte Bornemann. So ist es gut möglich, dass am Montag Co-Trainer Manuel Klökler das Auftakttraining leiten wird.

Und wird dann Stanislawski sein Chef? Der Hamburger stand schon einmal vor einem Engagement beim FCN. Im Sommer 2014 standen der Club und er schon vor dem Vertragsabschluss. Die Einigung scheiterte laut "Kicker" daran, dass Stanislawski ein zweiter Co-Trainer verwehrt wurde. Den Job bekam Valérien Ismaël. Das Ende ist bekannt. Jetzt ist gut möglich, dass Stanislawski und der Club doch noch zueinander finden.

Torlos in Nürnberg


Aber vielleicht wird doch einer neuer Coach, der schon für den Club gearbeitet hat - auf dem Platz. Uwe Rösler hat lange Zeit seines Fußballer-Lebens in England verbracht. Zuletzt als Coach beim Zweitligisten Leeds United. In der Saison 1992/93 stürmte er für den Club, blieb aber die ganze Saison über torlos. Rösler hätte somit etwas gutzumachen. Auch der Thüringer arbeitet derzeit als TV-Experte bei der EM in Frankreich. Wie Stanislawski. Der hat quasi einen Doppeljob. ZDF-Mann und Leiter eines Supermarkts in Hamburg. Im Mai 2013 hatte er beim 1. FC Köln um Vertragsauflösung gebeten. Ein Jahr später suchte Stanislawski Abwechslung und stieg in den Einzelhandel ein. Künftig könnte wieder die Trainingsarbeit sein Geschäft sein.

Die Qualitätsfrage geht vor der ZeitfrageAndreas Bornemann, Sportvorstand des 1. FC Nürnberg
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