1. FC Nürnberg nach verrücktem Elfmeterschießen weiter - Nur drei Treffer bei zehn Versuchen
Glück für langjährige Pokal-Versager

Erleichterung bei den Spielern des 1. FC Nürnberg: Nach drei Erstrunden-Pleiten hintereinander erreichte der Club diesmal mit viel Glück die zweite Runde im DFB-Pokal. Am Montagabend gewann der Zweitliga-Vertreter bei Drittligist VfR Aalen im Elfmeterschießen mit 2:1. Bild: dpa
Die langjährigen Pokal-Versager des 1. FC Nürnberg bemühten sich gar nicht erst, die eigene Vorstellung schönzureden. Letztlich war dem Team von Trainer René Weiler das zweifelhafte Zustandekommen des Sieges bei Drittligist VfR Aalen in der ersten Cup-Runde sowieso egal, denn anders als in der Vergangenheit stimmte diesmal das Ergebnis. Erstmals seit drei Jahren verhinderten die Franken damit das Erstrunden-Aus. "So etwas habe ich noch nie erlebt. Wir sind froh, die nächste Runde erreicht zu haben", bilanzierte Alessandro Schöpf nach einem skurrilen 2:1 im Elfmeterschießen mit nur drei Treffern bei zehn Versuchen.

Der irre Abschluss des Spiels am Montagabend war ein Sinnbild der 120 Minuten zuvor, in denen die fehlenden Nürnberger Offensivqualitäten bereits deutlich geworden waren. "Wir hatten letztlich das Glück auf unserer Seite, das muss man zugeben", räumte Torwart Thorsten Kirschbaum ein. Mittelfeldprofi Schöpf hatte sein Team zwar bis zum Elfmeterschießen als überlegen angesehen, "aber vorne hat uns die Durchschlagskraft gefehlt", musste auch der Österreicher eingestehen.

Nach dem angekündigten Rückzug des umstrittenen Sportvorstands Martin Bader und dem mäßigen Saisonstart in die 2. Bundesliga bleibt dem Club damit zunächst weitere Unruhe erspart. Eine fast ungewohnte Situation für die Franken, die in den Vorjahren jeweils schon zum Pokal-Auftakt am TSV Havelse (2012), SV Sandhausen (2013) und MSV Duisburg (2014) gescheitert waren. "Es war ein echter Pokalfight, schön für die Zuschauer. Wir wollten einfach mal eine Runde weiterkommen", kommentierte Coach Weiler. Versöhnlich bilanzierte er: "Es ist schön, dass uns das gelungen ist."

Die Hereinnahme des zuletzt erkrankten Danny Blum sorgte Mitte der zweiten Halbzeit zwar für mehr Torgefahr. Die klarsten Möglichkeiten hatte aber Aalen: FCN-Keeper Kirschbaum unterschätzte einen langen Freistoß, aus dem Getümmel rollte der Ball an den Pfosten (71.).

Nach torlosen 120 Minuten parierte Aalens Torwart Daniel Bernhardt zwar die Versuche von Hanno Behrens, Miso Brecko und Even Hovland. Weil beim VfR aber nur Michael Klauß traf, reichten dem Favoriten die verwandelten Elfmeter von Sandro Schöpf und Stefan Kutschke zum Weiterkommen. Es war das denkwürdige Ende eines "brutalen Abnutzungskampfes", wie Schöpf urteilte.
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