1860-München-Trainer Pereira erwartet gegen Heidenheim Trotzreaktion
"Löwen" droht der Absturz

Dass sie jubeln können, haben Abdoulaye Ba (links) und Stefan Mugosa schon bewiesen. Ob sie in Heidenheim jubeln dürfen, muss sich zeigen. Auf jeden Fall hilft den "Löwen" nur ein Sieg. Bild: dpa

Bad Wörishofen. Im Angesicht des drohenden Fußball-Gau wählte 1860 Münchens Trainer Vitor Pereira dramatische Worte. "Ich bin verantwortlich dafür, dass wir hier unser Leben für den Verein geben", verkündete der Coach vor dem letzten Zweitliga-Spieltag und dem Auswärtsspiel seiner "Löwen" beim 1. FC Heidenheim am Sonntag (15.30 Uhr). Finale Erlösung, Absturz in die Drittklassigkeit oder ein nervenaufreibendes Nachspiel in der Relegation: Für die Sechziger ist noch alles möglich am Ende einer mal wieder chaotischen Saison.

Im Wissen um die extremen Folgen eines Absturzes aus der 2. Liga appellierte Pereira an Ehre und Stolz seiner Schützlinge. Wer genauso fühle wie er, der "ist willkommen im Boot", sagte der Coach im Kurztrainingslager in Bad Wörishofen. Eine Autostunde entfernt von München galt es in einem Nobelhotel, die letzten Reserven zu mobilisieren. Dass manch ein Spieler von der Maßnahme überrascht war, zählte angesichts der prekären Situation im Tabellenkeller nicht.

Schon gar nicht für Geldgeber Hasan Ismaik, der mit Pereira und dem neuen Manager Ian Ayre eigentlich mit dem Abstiegskampf gar nichts zu tun haben wollte. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende in Abu Dhabi appellierte an das Team: "Die Spieler stehen jetzt in der Pflicht." Das 1:2 am vorletzten Spieltag daheim gegen Bochum, als die Münchner eigentlich den Klassenverbleib fix machen wollten, setzte allen im Verein zu. "Ich erwarte von der Mannschaft, aber auch vom Trainerteam im letzten Spiel in Heidenheim eine Trotzreaktion", betonte Ismaik.

Als Tabellen-16. können die Münchner mit einem Sieg zumindest den sofortigen Abstieg aus eigener Kraft vermeiden, bei entsprechenden Ergebnissen der Konkurrenz ist die direkte Rettung möglich. Gut möglich ist wie schon im Jahr 2015 der Gang in die Relegation. Eine Niederlage - verbunden mit einem Sieg des Tabellenvorletzten Würzburg in Stuttgart - hätte zur Folge, dass die stolzen "Löwen" erstmals seit 1993 wieder drittklassig werden - ein Horror-Szenario!

Entsprechend angespannt ist die Lage beim Traditionsverein. Aber das muss nicht schlecht sein, meinte Pereira. "Anspannung ist immer dabei in solchen Momenten. Das ist wichtig im Fußball. Wer keine Spannung hat, der spürt auch keine Verantwortung", sagte er am Freitag.

Dass er einräumte, sich mit seinem Trainerteam parallel schon auf einen möglichen Relegationsgegner aus der 3. Liga vorzubereiten, soll den Fokus nicht von Heidenheim nehmen. "Wir glauben an unsere Arbeit und werden das mit Kampf und Leidenschaft hinbekommen", hoffte er.
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