1860 taumelt Richtung dritte Liga

Sechzigs Gary Kagelmacher (rechts) kämpft mit Unions Maximilian Thiel um den Ball. 1860 München verlor mit 0:3 und steht auf einem direkten Abstiegsplatz. Bild: dpa

Was für eine zahnlose Vorstellung der "Löwen": Das 0:3 gegen Union Berlin verschärft die Krise der Sechziger in der zweiten Bundesliga. Greuther Fürth schaffte dagegen einen kleinen Befreiungsschlag.

Das Horrorszenario 3. Liga rückt für den TSV 1860 München immer näher. Durch die bittere 0:3 (0:1)-Niederlage gegen Union Berlin fielen die Löwen am Sonntag erstmals seit dem elften Spieltag auf einen direkten Abstiegsplatz zurück. Nach der 15. Pleite in einer desaströsen Saison müssen Fans, Spieler und Verantwortliche des Traditionsclubs mehr denn je um den Abstieg aus der 2. Liga bangen. "Unmittelbar nach dem Spiel ist die Niedergeschlagenheit sehr groß", räumte Sport-Geschäftsführer Gerhard Poschner ein.

Polters Doppelpack

Sebastian Polter (18./89. Minute) und Damir Kreilach (80.) trafen für Union und bestraften die Sechziger für eine einmal mehr kaum zweitligareife Vorstellung. "Insgesamt war das einfach zu wenig, ganz klar. Aber es sind noch drei Spiele, die Saison ist noch nicht zu Ende", erklärte Poschner.

Das Startelf-Comeback ihres lange verletzten Torjägers Rubin Okotie half den Sechzigern wenig. "Wir haben versucht, alles zu geben, konnten aber nichts von dem umsetzen, was wir uns vorgenommen haben", klagte der glücklose Stürmer hinterher. Die Gastgeber bemühten sich, doch ihre Offensivversuche verpufften in der ersten Hälfte früh.

Die einzige gute Chance vergab Okotie nach einer halben Stunde. Nach der Pause wurden die Münchner zielstrebiger und hatten Pech, dass Guillermo Vallori und Gary Kagelmacher bei einer Doppelchance (74.) nur den Pfosten und die Querlatte trafen. Nachdem Marius Wolf eine Minute später die nächste Riesenchance vergeben hatte, entschieden die Berliner das Match. "In den zehn Minuten, als wir Druck gemacht haben, haben wir unsere Chancen leider nicht reingemacht", erkannte Trainer Torsten Fröhling. Er fasste zusammen: "Wir sind sehr enttäuscht."

Groß war dagegen die Freude in Fürth: Der erste Heimsieg seit sieben Monaten hat die SpVgg Greuther einen Riesenschritt näher an den Klassenverbleib in der zweiten Bundesliga herangebracht. Durch das verdiente 3:0 (1:0) gegen Fortuna Düsseldorf beendeten die abstiegsbedrohten Franken am Sonntag die bedrohlich lange Negativserie. "Jeder von uns Spielern hat jetzt endlich begriffen, worum es geht", erklärte Torschütze Marco Stiepermann. Der bislang letzte Sieg vor eigenem Publikum war den Fürthern im Oktober 2014 gelungen.
Weitere Beiträge zu den Themen: SpVgg (24098)Mai 2015 (7904)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.