1936 Gold geholt, jetzt 102 Jahre alt

Mit einer Körpergröße von 1,72 Metern war er eigentlich schon damals zu klein für das raue, körperbetonte Wasserball. So trainierte Sandor Tarics zusammen mit seinem Team im Winter mit einem Boxtrainer. "Damals gab es kaum ein Hallenbad und im Freibad war das Wasser zu kalt", sagte er einmal in einem Interview. "Da haben wir den Nahkampf trainiert."

Bei den Olympischen Spielen 1936 gehörte Sandor Tarics dann zum siegreichen Wasserball-Team der Ungarn. Am 23. September feiert er, in Budapest geboren, im noblen Ort Belvedere in der Nähe von San Francisco seinen 102. Geburtstag: Tarics ist dann der älteste olympische Goldmedaillengewinner. Bei den Spielen in Nazi-Deutschland kam er lediglich beim 12:0 über den Wasserball-Nobody Malta zum Einsatz und erzielte dabei vier Treffer. Als sich Ungarn mit einem 2:2 gegen die deutschen Gastgeber die Goldmedaille sicherten, saß Sandor Tarics auf der Bank.

Sein letztes Wasserballspiel absolvierte der Linkshänder bei den Studenten-Weltmeisterschaften 1939 in Wien, als Deutschland mit 9:2 bezwungen wurde und Adolf Hitler auf der Tribüne saß. Mit sieben Treffern schlug Tarics die deutsche Vertretung fast im Alleingang. 1948 wanderte er in die USA aus und schloss sein Studium an den Universitäten von Berkeley und Fort Wayne als Doktor für Bauingenieurwesen ab.

Das Geheimnis, so alt zu werden, ist offensichtlich simpel. "Ich habe bis zum Alter von 95 Jahren Tennis gespielt, nie Drogen genommen und nur wenig Alkohol getrunken", sagte er einmal. Bis vor wenigen Jahren fuhr er auch noch selbst Auto. Sein Nummernschild "GOLD 36" erinnerte ihn ständig an den größten Triumph seiner sportlichen Karriere.
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