2. Bundesliga vor Auftakt
Club vor schwerer Saison

Der neue Chef-Trainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg, Alois Schwartz (rechts), warnt vor Saisonbeginn vor übertriebenen Erwartungen. Die Liga sei in der kommenden Saison extrem ausgeglichen, Kleinigkeiten würden da entscheiden, so der Coach. Bild: dpa

Fastaufstieg 2016 - aber was passiert 2017? Der 1. FC Nürnberg muss sich auf eine schwere Saison einstellen. Vor allem in der Offensive hat der Club mächtig an Qualität verloren. Der neue Trainer Alois Schwartz muss sich bei den Franken beweisen.

Nürnberg. Respekt hat sich der neue Club-Trainer Alois Schwartz mit seiner geradlinigen und verbindlichen Art im Eiltempo erarbeitet. Von einem Raketenstart in die Saison will der 49-Jährige jedoch nichts wissen. "Die 2. Liga ist in dieser Saison extrem ausgeglichen, da entscheiden Kleinigkeiten", warnte der Nachfolger von Erfolgstrainer René Weiler vor überzogenen Erwartungen.

Ziel des 1. FC Nürnberg müsse es erst einmal sein, im Auftaktspiel gegen Aufsteiger Dynamo Dresden am Samstag (15.30 Uhr) "eine ordentliche Leistung" zu zeigen. Mittelfeldspieler Hanno Behrens wird nach einer Schulterblessur rechtzeitig wieder fit, wie der Coach am Donnerstag bekanntgab. Zugleich warnte er vor den Gastgebern, die mit "viel Euphorie und Leidenschaft" ihre Rückkehr in die 2. Liga angehen werden. Für die Franken um den vom neuen Coach bestätigten Kapitän Miso Brecko gehe es nun darum, die gute Vorbereitung zu bestätigen.

Vorteil Defensive


Schwartz will nichts überstürzen. Der für angeblich rund 400 000 Euro von Ligakonkurrent SV Sandhausen verpflichtete Nürtinger weiß, dass die Saison mit dem FCN schwer wird. Der erst in der Relegation an Eintracht Frankfurt gescheiterte Verein sehnt sich nach der Rückkehr in die deutsche Eliteklasse. Doch die Franken sind finanziell angeschlagen, kostspielige Einkäufe sind nicht drin.

"Hannover und Stuttgart haben einen Stamm an Erstligaspielern halten und sich richtig gut verstärken können. Sie sind sicher die großen Favoriten", beteuerte Schwartz, der drei Jahre in Sandhausen ein Team mit kleinem Budget in der 2. Bundesliga hielt. Ein Vorteil der Franken dürfte die eingespielte Defensive sein. Dafür werden die finanziell bedingten Abgänge in der Offensive schwer wiegen. Niclas Füllkrug (Hannover 96), Danny Blum (Eintracht Frankfurt), Sebastian Kerk (SC Freiburg) und der bereits im Winter abgegebene Alessandro Schöpf (Schalke 04) erzielten in der vergangenen Saison zusammen 28 Tore.

Dem lange abwanderungswilligen Guido Burgstaller will Schwartz die kommende Saison im Club-Trikot nochmals schmackhaft machen. "Wir sind alle mal enttäuscht im Leben", zeigte der FCN-Coach Verständnis für Burgstallers Motivationsloch. "Manche stecken das schneller weg, beim anderen dauert es halt manchmal ein bisschen länger. Burgi hat aber einen guten Charakter." In dieser Woche erklärte der Stürmer dann auch artig, in Franken zu bleiben. Einige Nürnberger Hoffnungen ruhen auf Edgar Salli. Der 23-jährige Kameruner kam vom AS Monaco und soll die Offensive beleben. Für seinen Treffer zum 1:1 bei der Generalprobe gegen den FC Augsburg (2:1) wurde der WM-Teilnehmer von 2014 schon mal lautstark von den Fans gefeiert. Noch ist er nicht topfit, Schwartz sieht bei Salli mit dessen "Schnelligkeit und Dribbelstärke" jedoch großes Potenzial.

Ziel: Bundesliga


Vielleicht erfüllt sich dann auch der Wunsch von Sportvorstand Andreas Bornemann, der mit dem FCN über kurz oder lang natürlich in die Bundesliga zurück will. Ein reibungsloserer Saisonstart als noch 2015/16 wäre ihm schon sehr recht. "Bis auf wenige Ausnahmen ist die Mannschaft zusammengeblieben. Das ist ein deutlicher Pluspunkt im Vergleich zu den zwei Jahren zuvor, die von Fluktuation geprägt waren", betonte er. "Das nährt unsere Hoffnung, besser als in der vergangenen Saison zu starten."

Die 2. Liga ist in dieser Saison extrem ausgeglichen, da entscheiden KleinigkeitenTrainer Alois Schwartz
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