77-Jähriger schon seit 1982 Präsident beim FC Porto - Fans verehren ihn
Der Star ist der Club-Boss

Top-Stürmer Jackson Martínez ließ sich am Dienstag beim Training des FC Porto erneut nicht blicken. Die Fans der Portugiesen befürchten, dass am Mittwoch im Viertelfinal-Hinspiel der Champions-League gegen den FC Bayern München neben Leistungsträger Cristian Tello auch der zweite Stammangreifer fehlen wird. Obwohl er sich seit Anfang März von einer Adduktorenverletzung erholt, ist der 1,85 Meter große Kolumbianer mit dem stets grimmigen Gesichtsausdruck mit 26 Saisontreffern immer noch gefährlichster Torjäger des portugiesischen Fußballs. Der ganz große Star von Porto ist aber ein 77 Jahre alter Mann: Jorge Nuno Pinto da Costa.

"Porto-Wunder"

Der seit 1982 amtierende Vereinsboss ist der Macher des "Porto-Wunders", wie das Fachmagazin "France Football" schrieb. Der charismatische Unternehmer verwandelte den einstigen Provinz-Club aus der 220 000-Einwohnerstadt in einen weltweit anerkannten Verein, der wegen seiner sowohl finanziell als auch sportlich sehr erfolgreichen Transferpolitik als "Verkaufsweltmeister" gilt. Nobodys werden am Douro-Fluss oft schon innerhalb von Monaten zu Stars gemacht, die dann mit (viel) Gewinn weiterverkauft werden.

Porto behält aber trotz großer Fluktuation seine Identität. Allein in den vergangenen zehn Jahren nahmen die "Drachen" durch Spielerverkäufe nach Medienschätzungen rund 735 Millionen Euro ein. Ausgegeben wurden im gleichen Zeitraum 340 Millionen. Wie das Geschäft funktioniert, zeigt das Beispiel Pepe. Der Verteidiger wurde für zwei Millionen verpflichtet und für 30 Millionen an Real Madrid verkauft.

Der Aderlass ist jedes Jahr groß. Erst vor wenigen Wochen wurde ein neues Geschäft, der Wechsel von Außenverteidiger Danilo zu Real Madrid für 31,5 Millionen Euro, perfekt gemacht. Gewinn: rund 20 Millionen. In den vergangenen Jahren zogen Stars wie Falcao, James Rodriguez, Joao Moutinho oder Hulk weg. Der Leistung des Teams tat das kaum einen Abbruch. Seit der Amtsübernahme von Pinto da Costa gewann der Club 20 seiner 27 Ligatitel, zwei Mal die europäische Königsklasse (1987 im Finale gegen die Bayern und 2004) sowie den Uefa-Pokal (1987) und die Europa-League (2003 und 2011).

"König Midas"

"König Midas", wie Pinto da Costa auch genannt wird, weil alles, was er anfasst zu Gold wird, reibt sich die Hände. Der Clubchef, der sich nur mit "O Presidente" ansprechen lässt und von Fans und Vereinsmitgliedern wie ein Gott verehrt wird, ist auch beim Training immer noch sehr häufig präsent und impft seinen Profis Selbstvertrauen und Siegeswillen ein. Kein Wunder, dass man auch ohne Tello, Martínez, den kolumbianischen Spielmacher Juan Quintero (alle verletzt) und den gesperrten Marcano den Bayern ein Bein stellen will. Innenverteidiger Bruno Martins Indi regte sich dieser Tage auf: "Wir haben keine Chance gegen die Bayern? Warum denn nicht? Wir haben wohl Chancen, und zwar sehr reelle", sagte der 23-jährige Niederländer der Zeitung "Algemeen Dagblad".
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