9. SandSpirit am Monte Kaolino - Einheimische Boarder vorne
Scharfkantige Bremse

Hirschau. (ref) Die Dünen dieser Welt haben sich im Laufe ihrer Geschichte durch Wind und Wetter schon sehr viel bewegt - der Monte Kaolino eher nicht. Deshalb ist der Sand des Hirschauer Berges im Vergleich sehr scharfkantig und bremst - und aus diesem Grund schauen die Exoten unter den Sandboardern den Monte-Profis meist hinterher. Wie Martin Guerra-Heredia aus Peru, der beim 9. SandSpirit schon bei der Qualifikation im Duellslalom auf den hinteren Rängen landete.

"Der Sand auf den Dünen in Peru und in anderen Ländern ist durch die ständige Bewegung rundkörnig und deshalb sehr schnell", erläutert Sven Flachenecker, der seit neun Jahren das Boarderspektakel am Monte organisiert. Nicht geeignet für das Material des Peruaners, der keine Zeit hatte, lange am Monte zu trainieren und sich auf die Gegebenheiten eines Oberpfälzer Sandberges einzustellen.

Denn Martin Guerra-Heredia war bis vor Kurzem in seiner Heimat und hatte dort ein Sandboard-Event geleitet. "Auf dem Monte wären die Bretter, die dort gefahren werden, wahnsinnig schnell, aber die wären auch wahnsinnig schnell kaputt. Umgekehrt würde unser Material zwar auf den Dünen nicht kaputt gehen - aber wir würden uns nicht bewegen", erklärt Flachenecker.

Dass die Boarder aber dennoch den Monte zum Teil äußerst flott hinunterbrettern können, hat einen Grund: Die Steilheit des Berges ("Flachenecker: "Viel steiler als die meisten Dünen"). Und so ist es kein Wunder, dass ein versierter Kenner mit richtigem Board am Monte wieder der Schnellste war: Johannes Pfab vom SC Monte Kaolino Hirschau.

Die Qualifikation des Duellslaloms gewann er mit der flottesten Zeit von 23,75 Sekunden. In den Endläufen dominierte er ebenfalls. Im Finale legte Johannes Pfab noch ein bisschen an Geschwindigkeit zu und distanziert mit 22,84 Sekunden Tobias Waldenmaier aus Schwäbisch-Gmünd um einen Wimpernschlag - um 0,44 Sekunden.

Bernhard Hornek, der zweite Fahrer aus Hirschau, gewann gegen Julian Rauscher das Rennen um den dritten Platz, während Manuel Ries aus Freudenberg sich mit dem zwölften Rang begnügen musste.

Beim Boardercross startete Pfab nicht, und so setzte sich sein Slalom-Finalkonkurrent Waldenmaier gegen den Holländer Pim Reurings durch. Manuel Ries kam hier auf den fünften Platz. Bei den Damen gewann den Slalom die Vorjahressiegerin Katja Seeger (Stuttgart) vor Monte-Routinier Simone Hurt aus Obertraubling, die seit Jahren nach Hirschau kommt und an den Rennen teilnimmt. Im Boardercross - hier starten immer vier Fahrer gleichzeitig - siegte Hurt vor Charlotte Hassepass (München).

"Wir hatten mit 57 Teilnehmern das mit Abstand größte Starterfeld", resümierte Sven Flachenecker, auch wenn einige der "üblichen Verdächtigen" sich in diesem Jahr nicht haben blicken lassen. Aber dafür etliche Neue, die sich das erste Mal den Monte hinunterwagten.

"Im nächsten Jahr feiern wir das Zehnjährige des SandSpirit, da hoffe ich, dass die Neuen und auch die üblichen Verdächtigen wiederkommen. Das wird spannend", sagt Flachenecker.
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