Ab zur Klagemauer

Autogramm zu schreiben, wie hier Daniel Ricciardo, wird Red Bull nicht wieder wettbewerbsfähig machen. Der vom Erfolg verwöhnte Rennstall beklagt vehement die Dominanz von Mercedes in der Formel 1. Bild: dpa

Bereits nach dem ersten Rennen herrscht Zoff zwischen Red Bull und Mercedes. Der einstige Weltmeister aus Österreich fährt nur hinterher und gibt dem aktuellen Champion aus Deutschland praktisch die Schuld.

Nach den ersten 307,574 Rennkilometern der neuen Saison befinden sich Titelverteidiger Mercedes und Red Bull bereits auf Kollisionskurs. Der Teamchef des einstigen Seriengewinners prangert die Dominanz der Silberpfeile an. Christian Horner prophezeite ein weiter sinkendes Interesse an der Formel 1 und forderte die Regelhüter zum Handeln auf. Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko drohte sogar mit Ausstieg.

"Es gibt da in Jerusalem eine Mauer, vor die Du dich stellen kannst und klagen. Vielleicht sollten sie dahin gehen", konterte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff die Aussagen aus dem Lager von Red Bull, das sich in der Rolle des Verlierers schon im vergangenen Jahr ein ums andere Mal schwer tat. Nach dem sechsten Platz für Daniel Ricciardo bei dessen Heimrennen am Sonntag in Australien und dem Aus für Daniil Kwjat in der Einführungsrunde schlug der ehemalige Arbeitgeber von Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel mit seiner Kritik wieder ordentlich um sich.

Der Renault-Motor des Red Bulls sei ziemlich unfahrbar, die Situation frustrierend, meinte Horner. Der Antrieb von Mercedes habe wahrscheinlich 100 PS mehr. Dann müssten Red Bull und Renault halt die Köpfe zusammenstecken und hart arbeiten, konterte Wolff. Nach dem ersten Rennen in diesem Jahr, in dem Hamilton und Rosberg ohne gefordert zu werden mehr als eine halbe Minute vor dem drittplatzierten Vettel im Ferrari ins Ziel gekommen waren, prophezeite Horner: "Ich fürchte, das Interesse wird abnehmen." Er forderte die FIA zum Handeln auf, um wieder Gleichstand unter den Teams herzustellen.

Ganz andere Töne kamen von seinem Ferrari-Amtskollegen Maurizio Arrivabene, der zwar vom gesamten Erscheinungsbild der Formel 1 in Australien mit nur 15 Autos am Start und elf im Ziel auch nicht begeistert war. Er stellte aber klar, ihre Rolle sei es nicht, "die Regeln zu schreiben".

Red Bull droht lieber. "Wir sind unzufrieden damit, wie die Formel 1 regiert und geführt wird. Deshalb wird bei uns auch über ein Ausstiegs-Szenario nachgedacht, wenn die Kosten/Nutzenrechnung nicht mehr aufgeht", zitierte "Auto, Motor und Sport" Helmut Marko.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.