Alle Jahre wieder
Peterhansel siegt bei der Dakar

Stéphane Peterhansel feiert seinen Sieg bei der Rallye Dakar. Es war insgesamt sein zwölfter. Der Franzose ließ anklingen, dass er allmählich Motivationsprobleme habe. Bild: dpa

Selbst die Dakar-Verantwortlichen kommen aus dem Schwärmen nicht raus. Manche mögen darüber nachdenken, die Rallye irgendwann mal nach ihm zu benennen. Nach seinem 12. Triumph stellt sich für Stéphane Peterhansel aber nun die Motivationsfrage.

Rosario. Vor dem Denkmal für die Nationalflagge Argentiniens ließ sich das Denkmal der Rallye Dakar zurecht feiern. Nach knapp zwei Wochen und rund 9500 Kilometern von Buenos Aires über Bolivien nach Rosario hat sich Stéphane Peterhansel seinen großen Traum erfüllt. Der 50 Jahre alte Franzose, einst Junioren-Landesmeister auf dem Skateboard, triumphierte zum zwölften Mal bei der legendärsten aller Rallyes.

Nach sechs Siegen auf dem Motorrad gewann Peterhansel am Samstag auch zum sechsten Mal mit dem Auto. "Das letzte große Ziel in meiner Karriere war, genauso oft im Auto wie auf dem Motorrad zu gewinnen", sagte der große Triumphator 25 Jahre nach seinem ersten Dakar-Erfolg 1991. "Das habe ich geschafft. Ich weiß nicht, ob mir eine so große Motivation noch bleibt."

Im zweiten Jahr nach der Rückkehr von Peugeot feierte der französische Hersteller dank Peterhansel mit dem DKR 2008 nicht nur den Gesamtsieg. Peugeot dominierte mit den Rallye-Legenden Peterhansel, Carlos Sainz und Sébastien Loeb diese Dakar mit insgesamt neun Tagessiegen. Zum ersten Mal, seitdem die Dakar seit 2009 in Südamerika ausgefahren wird, gewann am Ende ein anderes Auto als ein VW oder ein Mini. Vorjahresgewinner Nasser Al-Attiyah lag im Mini deutliche 34:58 Minuten hinter Peterhansel. Auf Rang drei navigierte Co-Pilot Dirk von Zitzewitz aus Karlshof seinen südafrikanischen Piloten Giniel de Villiers im Toyota. Das Duo kam zum sechsten Mal in acht Jahren unter die Top drei.

Wegen eines Protestes von Al-Atti-yahs hessischem X-raid-Team gegen angeblich illegales Nachtankens in der achten Etappe ist Peterhansels erneuter Erfolg allerdings unter Vorbehalt. Die Rennkommissare der Dakar hatten entschieden, dass bei Peterhansel und dessen Beifahrer Jean-Paul Cottret alles mit rechten Dingen zugegangen war, X-raid war damit aber nicht einverstanden. Somit muss das Berufungsgericht nun erst noch entscheiden.

Die 38. Auflage der Dakar war am 2. Januar in Argentiniens Hauptstadt mit dem Prolog gestartet. Bei einem Unfall auf der siebten Etappe war ein 63 Jahre alter Zuschauer vom Wagen des Franzosen Lionel Baud tödlich erfasst worden. Als der Wagen zurück nach Frankreich gebracht werden sollte, wurde er auf dem Weg zum Hafen in einen weiteren Unfall verwickelt, bei dem ein Mensch starb. In ihrer knapp 40 Jahre alten Historie kostete die Rallye rund 70 Menschen das Leben.
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