Alles selbst in der Hand

Pflicht erfüllt: Mats Hummels, Bastian Schweinsteiger, Marco Reus und Sebastian Rudy (von links) klatschen sich nach dem glanzlosen 2:0-Sieg in Georgien ab. Bild: dpa

Der Weltmeister sieht sich wieder auf Kurs. Das eigene 2:0 in Georgien und das 1:1 zwischen den Gruppenrivalen Polen und Irland haben die Position des Löw-Teams in der EM-Qualifikation stark verbessert. Joachim Löws Ärgernis: Erst im Juni geht es weiter.

Abhaken und angreifen: Auf dem Rückflug aus Georgien diskutierten die Fußball-Weltmeister schon wieder andere Themen als den Pflichtsieg in Tiflis. Mit drei Punkten im Gepäck und der Zugabe des für die eigenen EM-Ambitionen günstigen 1:1 zwischen Polen und Irland konnte die deutsche Nationalmannschaft die Reise nach Vorderasien als gelungen verbuchen, auch wenn der Glanz aus dem WM-Sommer weiter fehlte. "Gegen Gibraltar werden wir gewinnen. Und dann werden die Kräfte bei uns wieder gebündelt im zweiten halben Jahr, wenn wir im September, Oktober und November die Spiele haben. Erfahrungsgemäß sind wir dann besser in Form", sagte Joachim Löw beim Blick voraus auf die nächsten Pflichtspiele in der Qualifikation für die EM 2016.

Der Bundestrainer konnte nach der ersten Länderspiel-Woche des Jahres sein Personal um den zurückgekehrten Kapitän Bastian Schweinsteiger entspannt in die anstehenden Club-Aufgaben verabschieden. "Jetzt geht es um die Endphase, alle haben Ziele, die sie erreichen müssen", erklärte Löw, der sich selbst zunächst wieder in die Beobachterrolle zurückziehen muss.

Reus der beste Spieler

Die Dortmunder Fraktion um Marco Reus, der nicht nur durch sein wichtiges 1:0 in der Boris Paichadze Dinamo Arena der beste Spieler war, und die Münchner Gruppe um den zweiten Torschützen Thomas Müller kämpfen am Samstag in der Bundesliga wieder gegeneinander. Der FC Bayern holte zur besseren Vorbereitung seine fünf Spieler schon am Sonntagabend mit einem Learjet aus Tiflis zurück nach München.

Das 900. Länderspiel sorgte dafür, dass Schweinsteiger und Co. auf dem Weg zur EM 2016 alles selbst in der Hand haben. "Es war ein guter Schritt. Aber es ist erst der Anfang, mehr nicht", sagte der Münchner Jérome Boateng, der mit dem BVB-Kollegen Mats Hummels die Offensivkräfte in Georgien wirkungsvoll abgesichert hatte.

Zur Halbzeit der EM-Qualifikation liegt Deutschland nun mit 10 Punkten nur noch einen Zähler hinter Spitzenreiter Polen (11) und gleichauf mit dem Zweiten Schottland. Irland (8) fiel auf Platz vier zurück. "Wir wollen Tabellenführer werden. Wir sind Weltmeister, wir wissen, was wir können. Jetzt kommen wichtige Spiele, die wir auch erfolgreich bestreiten wollen und das werden wir auch tun", betonte Boateng.

An der Problematik der fehlenden Abschluss-Effektivität muss und will Löw noch intensiv arbeiten. "Wir spielen jetzt im Sommer einen Test gegen die USA. Da ist für mich wieder die Möglichkeit, das eine oder andere auszuprobieren", bemerkte der 55-Jährige. "Gegen eine sehr tief stehende Mannschaft ist es immer schwer zu spielen. Wir müssen uns noch verbessern, gerade für die nächsten Aufgaben. Aber wir haben noch Zeit und ich bin guter Dinge", meinte Schweinsteiger.

Ein "heißer Herbst"

Der Bundestrainer versprach für den "heißen Herbst" in der EM-Ausscheidung mit den Auswärtsspielen in Schottland und Irland sowie dem Heimmatch gegen Polen Besserung in allen Bereichen: "Weil wir mehr Möglichkeiten haben, zusammenzuspielen und zu trainieren."
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