Als Gegner droht Italien

Joachim Löw (rechts, daneben DFB-Präsident Wolfgang Niersbach) benötigt keinen Beistand von oben, wenn am Samstag die Qualifikationsgruppen für die Fußball-WM 2018 ausgelost werden. Der Bundestrainer nimmt die Gegner, wie sie kommen. Bild: dpa

Die WM 2018 ist für Joachim Löw noch weit weg. Und doch rückt das Turnier für den Bundestrainer in den Blickpunkt. Es drohen schwere Gegner auf dem Weg zur Endrunde in Russland.

Joachim Löw verzichtet auf eine erste Reise ins nächste Gastgeberland Russland, von seiner WM-Erfolgsstrategie rückt der Bundestrainer aber keinen Millimeter ab. Trotz drohender Duelle gegen die Ex-Champions aus Italien oder Frankreich schon auf dem Weg zum Projekt Titelverteidigung 2018 gilt für den Weltmeister-Coach unverändert: Gejammert wird nicht. "Wir sind immer gut damit gefahren, nicht zu lamentieren. Letztlich werden sich immer die besten Teams durchsetzen", sagte Löw vor der Auslosung der Qualifikationsgruppen am Samstag (17.00 Uhr/MESZ) in St. Petersburg.

Auch vor dem WM-Triumph von Rio 2014 hatte der DFB-Chefcoach Bastian Schweinsteiger und Co. immer wieder eingetrichtert, selbst schwierige Bedingungen zu akzeptieren. Bevor er sich im Detail auf Russland einstellt, bastelt Löw ohnehin in der Heimat mit seinem Trainerstab zunächst am Fahrplan für den heißen Herbst mit den entscheidenden Partien in der EM-Qualifikation gegen Polen, Schottland und Irland.

"Die WM ist noch weit weg", begründete er den Verzicht auf die Visite in St. Petersburg. "Wir werden die Auslosung erst mal registrieren, detailliert mit ihr auseinandersetzen werden wir uns erst zu einem späteren Zeitpunkt", sagte Löw. Sicher ist derzeit nur, dass Deutschland wegen der TV-Verträge in einer von sieben Sechsergruppen spielt und somit auch einen Kontrahenten aus dem Topf 6 der Fußball-Zwerge bekommt.

Im prächtigen Konstantinpalast der ehemaligen Zarenmetropole ist der Weltmeister durch Teammanager Oliver Bierhoff und DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock vertreten. Bierhoff kommt bei der von Noch-Fifa-Chef Joseph Blatter und Russlands Präsident Wladimir Putin eröffneten Gala eine Sonderrolle zu. Wie die Ex-Weltmeister Ronaldo und Fabio Cannavaro gehört er zum prominenten zehnköpfigen Assistententeam von Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke, der durch die 120-Minuten-Show mit erwarteten 100 Millionen TV-Zuschauern in aller Welt führen wird.

Nach Wochen der desaströsen Schlagzeilen hofft die von Skandalen erschütterte Fifa endlich wieder auf positive Bilder. Doch auch in St. Petersburg lassen sich die Korruptionsvorwürfe und Umwälzungen im Weltverband nicht einfach wegwischen. Schließlich war es gerade auch die umstrittene WM-Vergabe an Russland im Paket mit dem Turnier 2022 an Katar, die die Fifa in eine prekäre Schieflage brachte. Die Gastgeber weisen beharrlich jeden Korruptionsverdacht zurück: "Wir stellen zur Verfügung, was wir haben", sagte Cheforganisator Alexej Sorokin.
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