Als Nachfolger ist vor allem der bisherige Nürnberger Sportdirektor Martin Bader im Gespräch
Manager Dufner verlässt Hannover

Dirk Dufner. Bild: dpa
Wenige Tage vor dem Saisonstart in DFB-Pokal und Bundesliga muss sich Hannover 96 einen neuen Manager suchen. Dirk Dufner verlässt den Fußball-Bundesligaclub nach mehr als zwei Jahren vorzeitig. Die Clubführung um Präsident Martin Kind stimmte am Dienstag dem Wunsch des 47 Jahre alten Sportdirektors nach einer Vertragsauflösung zu. Die Zusammenarbeit endet am 31. August.

"Diese Entscheidung ist zu respektieren. Wir danken Herrn Dufner für die Zeit der Zusammenarbeit", teilte Clubchef Kind mit. Er steht nun vor der schwierigen Aufgabe, möglichst schnell einen Nachfolger für Dufner zu finden. Im Gespräch ist vor allem der bisherige Nürnberger Sportdirektor Martin Bader. Er muss seinen Platz beim Club spätestens zum 1. Oktober räumen.

"Ich war in Dufners Überlegungen eingeweiht. Das kommt für mich nicht aus heiterem Himmel", sagte Trainer Michael Frontzeck. "Grundsätzlich ist das eine saubere Lösung vor dem Start der Saison. Der Kader steht, und Martin Kind ist ein erfahrener Präsident, der schon durch andere Stahlbäder gegangen ist", ergänzte der Coach.

Überraschender Zeitpunkt

Dufners Flucht nach vorne überrascht zumindest vom Zeitpunkt viele Fans in Hannover. Sie hatten nach der Horror-Saison 2014/15, die mit dem glücklichen Klassenverbleib am letzten Spieltag endete, eine Trennung bereits im Juni erwartet. Doch der mächtige Vereinspräsident Kind hielt unerwartet an dem umstrittenen Dufner fest. Er sollte mit Frontzeck eine neue Mannschaft aufbauen. "Ich sehe meine Aufgabe als erfüllt an, weil alle wesentlichen Transferentscheidungen getroffen sind und der Kader für die kommende Spielzeit steht", erklärte Dufner zum Abschied. In relativ kurzer Zeit holte er sieben neue Spieler nach Hannover, die Verkäufe von Kapitän Lars Stindl zu Borussia Mönchengladbach (3 Millionen Euro) und Stürmer Joselu zu Stoke City (8 Millionen Euro) hatten viel Geld in die Kasse gespielt.

Ob Dufner diesmal das Geld in die richtigen Profis investiert hat, muss die anstehende Saison zeigen. Die Testspiele verliefen nicht unbedingt vielversprechend, die schwachen Auftritte bestärkten eher die Kritiker des bisherigen Managers.

Keine Rückendeckung

Große Rückendeckung hatte es für den früheren Sportdirektor von 1860 München und des SC Freiburg, der seinen Dienst in Hannover als Nachfolger von Jörg Schmadtke im April 2013 angetreten hatte, nie gegeben. Die Gesamtentwicklung der Mannschaft stimmte viele Fans nachdenklich. Dufner will sich noch von der Mannschaft verabschieden. "Wir gehen nicht belastet in die Saison", betonte Frontzeck.
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