Andrea Petkovic zweifelt an Fortsetzung ihrer Karriere - Bundestrainerin besorgt
"Leidenschaft verloren"

Andrea Petkovic. Bild: dpa
Nach der heftigsten Niederlage ihrer Karriere hat die frühere Top-Ten-Spielerin Andrea Petkovic mentale Probleme eingestanden und Zweifel an der Fortsetzung ihrer Tennis-Karriere geäußert. "Ich muss wirklich herausfinden, ob ich weiterspielen will", sagte die 28-Jährige aus Darmstadt in einem Beitrag auf der Internetseite der Spielerinnenorganisation WTA.

Die derzeit zweitbeste Deutsche hinter Angelique Kerber hatte am Mittwoch bei der WTA Elite Trophy in Zhuhai eine 0:6, 0:6-Niederlage gegen Carla Suarrez Navarro aus Spanien kassiert, mit einer Knieverletzung weinend den Platz verlassen und anschließend in bemerkenswerter Offenheit unter Tränen über private Schwierigkeiten, Motivationsprobleme und die Krankheit ihrer Mutter gesprochen.

"Es war ein schwieriges Jahr für meine Familie", sagte Petkovic. Schon nach ihrem Drittrunden-Aus in Wimbledon Anfang Juli hatte sie über die Krankheit ihrer Mutter geredet. "Ich wollte Zuhause sein. Zuhause war ich glücklich. Aber als ich auf die Tour gegangen bin, habe ich mich in gewisser Weise deprimiert gefühlt. Wirklich deprimiert, so dass ich eigentlich gar nicht mehr aufstehen wollte", erzählte Petkovic jetzt. "In den vergangenen zwei, drei Monaten habe ich irgendwie die Leidenschaft fürs Tennis verloren."

Sie habe aber weitergemacht mit Training, Turnieren, Fitness und Physiotherapie. "Es hat sich angefühlt wie Folter. Jede Minute", sagte die French-Open-Halbfinalistin von 2014 und ehemalige Nummer neun der Weltrangliste. Bundestrainerin Barbara Rittner reagierte mit einer Mischung aus Sorge und Unverständnis. "Natürlich mache ich mir ein bisschen Sorgen. Ich will Andrea auch als Führungsspielerin im Fed-Cup-Team nicht verlieren", sagte Rittner am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.
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