Angemerkt
Der logische Europameister

Überraschung? Welche Überraschung? Bei einem EM-Turnier, bei dem es die Isländer nur allein mit ihrem Wikinger-Mut ins Viertelfinale schaffen, und bei dem die Waliser mit einem arbeitslosen Stürmer ins Halbfinale vorstoßen, kann doch der logische Europameister nur Portugal heißen. Es musste ein Team gewinnen, das jetzt nicht unbedingt für seinen kreativen Fußball bekannt ist. Die Portugiesen nervten einfach ihre Gegner so lange, bis diese das Fußballspielen aufgaben.

In Erinnerung an dieses an Kuriositäten reichen Kontinentalturniers wird auch bleiben, dass erstmals in der Geschichte der Europameisterschaften ein Einzelspieler den Titel geholt hat. Den Fernsehbildern nach dem Abpfiff zufolge spielten die portugiesischen Komparsen alleine für Cristiano Ronaldo.

Viele sprachen am Tag danach von einem verdienten Sieg. Verdient - im klassischen Sinne des Wortes - ist dieser EM-Titel sicherlich nicht. Die Portugiesen, die zwar kein Spiel verloren, aber auch nur eines nach der normalen Spielzeit von 90 Minuten gewonnen haben, brauchen sich dafür aber nicht zu schämen. Sie haben einfach diese minimale Chance maximal genutzt.

Schämen sollten sich höchstens die Teams, die es nicht geschafft haben, diese Durchschnittsmannschaft vorher aus dem Turnier zu werfen.

josef.maier@derneuetag.de
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