ARD und ZDF zeigen keine Bilder von den Titelkämpfen in Katar
Super-GAU für Handball-WM

Die Deutschen Steffen Weinhold (rechts) und Henrik Auer rangeln mit dem Finnen Richard Sundberg um den Ball. Solche tollen Szenen wird es im Januar von der Handball-WM nicht im Fernsehen geben. ARD und ZDF werden nicht übertragen. Bild: dpa
Der deutsche Handball steht bei der Weltmeisterschaft vor einem TV-Blackout. ARD und ZDF haben am Dienstag die Verhandlungen über die Fernsehrechte für das Turnier in Katar offiziell als gescheitert erklärt. "Wir sind massiv enttäuscht und geschockt", klagte Bernhard Bauer, Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB): "Wir haben davon keinen finanziellen Schaden, aber es ist ein Schaden für den ganzen Sport",

Knapp sechs Wochen vor WM-Beginn hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur kein anderer deutscher Sender Rechte erworben. Daher wird der Handball-Höhepunkt 2015 nach derzeitigem Stand unter Ausschluss der deutschen TV-Öffentlichkeit stattfinden. Für die großen Medienunternehmen ist es zu spät, die notwendigen Vorbereitungen für eine Großveranstaltung bis zum 15. Januar zu organisieren. Auf die Schnelle wäre das allenfalls für Nischenanbieter möglich, doch für diese dürften die Rechtekosten zu hoch sein.

Für die Fans ist eine Fernseh-Blackout eine riesige Enttäuschung. Für die deutschen Handballer, die nur dank einer Wildcard in Katar spielen dürfen, ist ein Turnier ohne TV-Zuschauer aus PR- und Marketingsicht eine Katastrophe.

"Wir hätten gerne übertragen", sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. Die Verhandlungen mit Rechteinhaber beIN Sports und einer englischen Agentur seien gescheitert, "da wir trotz wiederholter Aufforderungen erst gestern eine nicht akzeptable Antwort auf unser Angebot erhalten haben". ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz sagte, er sei "enttäuscht und irritiert". Am Geld soll es dem Vernehmen nach nicht gescheitert sein. Das bestätigte auch der DHB-Generalsekretär. Vielmehr wurde den Sendern eine Ausstrahlung über bestimmte Satelliten untersagt. Das würde auch anderen Interessenten Probleme bereiten, so dass eine Lösung für den deutschen Markt unmöglich scheint.
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