Arsenal nur Nebensache

Hans-Joachim Watzke hat sich die Dortmunder Profis zur Brust genommen. Die Erfolge der vergangenen Jahre seien kein "Schutzschild", betonte der BVB-Geschäftsführer. Vor allem in der Bundesliga will Watzke Taten sehen. Bild: dpa

Von Festtagsstimmung keine Spur. Angesichts der bedenklichen nationalen Talfahrt hält sich beim BVB die Vorfreude auf das Champions-League-Duell beim FC Arsenal in Grenzen. Vorerst gilt das Hauptaugenmerk der Bundesliga.

Für die Profis von Borussia Dortmund ist die Schonzeit abgelaufen. Mit dem erneuten Sturz auf einen Abstiegsplatz ging die Geduld der Dortmunder Vereinsführung zu Ende. Vor dem Duell am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky) in der Champions League beim FC Arsenal herrscht Reizklima.

Die Standpauke von Hans-Joachim Watzke für das Team sowohl bei der Mitglieder- als auch bei der Aktionärsversammlung des Revierclubs blieb vor der Reise nach London das vorherrschende Gesprächsthema. Bei allem Stolz über die positive finanzielle Entwicklung nahm sich der Geschäftsführer die Spieler zur Brust: "All die schönen Erlebnisse der vorigen Jahre dürfen für euch kein Schutzschild sein."

Die deutlichen Worte wurden von der Mannschaft positiv aufgenommen. Innenverteidiger Neven Subotic sprach von "akzeptabler Kritik". Und auch Routinier Sebastian Kehl konnte die Reaktion des Vereinschefs nachvollziehen: "Wir müssen versuchen, diesen Bonus, den uns die Fans gewähren, in den kommenden Spielen zurückzuzahlen. Das ist unser Ziel bis Weihnachten."

Über die anstehende Aufgabe in der Königsklasse verlor Watzke wohlweislich kein Wort. Sein Hauptaugenmerk liegt spätestens nach dem verschenkten Sieg am Samstag beim 2:2 in Paderborn auf der Bundesliga: "Nur über die Spiele in Frankfurt, in Bremen und bei Hertha BSC kommen wir wieder in die Spur. Wenn du auf Platz 16 stehst, dann heißt es: Blut, Schweiß und Tränen. Das ist der Weg der nächsten Wochen."

Angesichts der nationalen Talfahrt sind internationale Auftritte für die Borussia derzeit nur von untergeordnetem Interesse. Schließlich hat sich der BVB in der europäischen Königsklasse nach vier souveränen Siegen so früh wie nie zuvor für die K.-o.-Runde qualifiziert. Bereits mit einem Unentschieden beim fünf Punkte entfernten Zweiten FC Arsenal wäre dem BVB die Führung in der Gruppe D nicht mehr zu nehmen. Diese komfortable Ausgangslage kommentierte Trainer Jürgen Klopp mit Humor: "Ich fühle mich wie im Urlaub. Ist ja nur Champions-League."

Die Borussia muss in London nicht nur Pechvogel Marco Reus ersetzen, für den die Hinrunde nach einem Außenbandriss im rechten Sprunggelenk beendet ist. Darüber hinaus dürfte ein Einsatz der Innenverteidiger Mats Hummels und Sokratis trotz aller gesundheitlichen Fortschritte noch zu früh kommen. Die Borussia ist gut beraten, sich auf eine intensive Partie einzustellen. Nach dem Abrutschen auf Platz acht der Premier League wächst die Kritik an der Arbeit von Arsenal-Trainer Arsene Wenger.
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