Auch bei Regen und Hagel ein souveräner Spitzenreiter - Rodriguez Etappensieger
Pyrenäen: Froome unbezwingbar

Auch das miserable Wetter konnte Tour- Spitzenreiter Christopher Froome (rechts) und den im Gesamtklassement drittplatzierten Nairo Quintana aus Kolumbien nicht von ihrem Tatendrang abbringen. Der Engländer verlässt die Pyrenäen mit einem satten Vorsprung. Bild. dpa
Chris Froome verzog im Ziel der Königsetappe der Tour de France das Gesicht. Zugesetzt hatten dem britischen Radprofi nicht etwa seine Gegner, sondern eher das miserable Wetter. Doch auch bei Regen und Hagel im Finale war der 30-Jährige am Donnerstag auf der letzten Pyrenäen-Etappe immer auf der Höhe des Geschehens. Seine ohnehin angeschlagenen Konkurrenten versuchten es auf den letzten sieben Kilometern auf dem Plateau de Beille abwechselnd mit mehr oder weniger ernst gemeinten Attacken.

Froome konterte die Verlegenheits-Angriffe alle mit Leichtigkeit und geht mit weiter komfortablem Vorsprung in die 13. Etappe. Der 30 Jahre alte Sky-Kapitän verlässt die Pyrenäen mit beruhigenden 2:52 Minuten Vorsprung vor Tejay van Garderen (USA) und 3:09 vor dem Kolumbianer Nairo Quintana.

Hohe Trittfrequenz

Froome lobte sein Team. "Drei Tage wie die in den Pyrenäen sind natürlich hart. Wir konnten die Attacken aber heute gut kontern, meine Teamkollegen sind so stark", schwärmte der Mann im Gelben Trikot, der ähnlich wie früher Lance Armstrong bei Anstiegen eine hohe Trittfrequenz mit kleineren Gängen bevorzugt.

Den 12. Tagesabschnitt der 102. Tour de France zur 1780 Meter hoch gelegenen Skistation sicherte sich nach 195 Kilometern Joaquim Rodriguez. Der Spanier, der den ausgerissenen Weltmeister Michal Kwiatkowski auf der steilen Rampe 7,6 Kilometer vor dem Ziel passierte, feierte seinen zweiten diesjährigen Etappensieg.

Kurz nach dem Start hatte sich bei der Tagestour über vier Anstiege eine 22-köpfige Spitzengruppe gebildet. Aus ihr kristallisierten sich jene Spitzenformationen heraus, die das Rennen prägten. Vor dem 15,8 Kilometer langen Schlussanstieg lagen mit Kwiatkowski und dem Belgier Sep Vanmarcke kurz dahinter sieben weitere Fahrer über elf Minuten vor der Favoritengruppe mit Froome an der Spitze.

Falls sich die "Großen", lange sehr zurückhaltend, einen effektiven Schlussangriff auf die Spitze überlegt hatten - das Herbstwetter mitten im Hochsommer machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Nach der Zieldurchfahrt flüchteten die Fahrer wegen des Regens schnell in ihre Teambusse.

Nach der starken Vorstellung des Debütanten Emanuel Buchmann, der auf der Tourmalet-Etappe in Cauterets einen sensationellen dritten Rang belegt hatte, ließ es der deutsche Meister ruhiger angehen. Der 22 Jahre Senkrechtstarter will es in den Alpen noch einmal mit einem Ausreißversuch probieren.
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