Auf einstigem Schulweg

Für Nico Rosberg (links) wäre es das Höchste, wenn ihm am Sonntag nach dem Grand Prix von Monaco wieder Prinz Albert zum Sieg gratulieren würde. Bild: dpa

Nico Rosberg kennt den Kurs im Fürstentum Monaco schon seit seiner Kindheit. Einige Etappen gehörten zu seinem Schulweg. Melancholisch wird er nicht. Rosberg will am Sonntag seinen dritten Triumph feiern.

Einige spektakuläre Abschnitte des Grand Prix von Monaco waren früher ganz gewöhnlicher Bestandteil von Nico Rosbergs Schulweg. Seine Mutter fuhr den Buben regelmäßig über die Hafenschikane zum Unterricht. Wenn der Formel-1-Zirkus in der Stadt haltmachte, hatte Rosberg nur Augen für die Rennwagen. "Im Unterricht habe ich dann nicht aufgepasst, ich habe nur auf die Autos geschaut", erinnerte sich der Mercedes-Mann schmunzelnd, dessen Schule direkt neben dem Fahrerlager im Fürstentum lag.

Das sechste Rennen dieser Saison bietet Rosberg, der als Sohn eines früheren Weltmeisters in Ibiza und eben Monaco aufwuchs, immer wieder die Gelegenheit zu Ausflügen in die Vergangenheit. Seine Ziele für die Zukunft sind klar: Den dritten Monaco-Sieg in Serie holen und die Wende im Titelkampf mit Stallrivale Lewis Hamilton herbeiführen.

"Ich genieße die Herausforderung, mich mit Lewis zu messen", versicherte der gebürtige Wiesbadener vor dem Startschuss am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky). "Man darf auch nicht unterschätzen, wie weit wir uns gegenseitig pushen."

Nach den ersten beiden Einheiten am Donnerstag standen die Silberpfeile wieder ganze vorne. Rosberg musste sich am Ende aber hinter Hamilton mit Platz zwei begnügen. Wegen dauerhaften Regens in der zweiten Einheit konnten die Piloten nur wenige Runden drehen.

In der WM-Wertung liegt Hamilton ganz vorne, Rosberg direkt dahinter. Sein erster Saisonerfolg in Spanien hat ihm Auftrieb gegeben. Der Vorsprung auf Sebastian Vettel und die Scuderia wurde dort wieder ausgebaut. "Es ist gut möglich, dass Ferrari hier ein gigantisches Auto haben wird", räumte Rosberg ein.

Mercedes ist der Gradmesser. Keine Frage. In den Häuserschluchten, wo es kaum Möglichkeiten zum Überholen gibt, sind aber immer wieder Überraschungen möglich. Zumindest eine Neuauflage des Zoffs vom vergangenen Jahr, als Rosberg auf seiner letzten Runde im Qualifying Hamilton die Chance zum Konter nahm, soll es nicht wieder geben.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7904)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.