Auf ins nächste WM-Abenteuer

Jeder Handgriff sitzt perfekt. Das ist auch wichtig, wenn Laura Dahlmeier heute bei der WM im 15-Kilometer-Rennen eine Wörtchen bei der Medaillenvergabe mitreden will. Bild: dpa

Biathletin Laura Dahlmeier gehört nach ihrem Verfolgungssilber zu den Medaillen-Kandidatinnen im Einzelrennen über 15 Kilometer. Doch die Konkurrenz aus Weißrussland und Finnland wartet. Ein kranker Pechvogel muss vorzeitig abreisen.

Für Laura Dahlmeier ist Magdalena Neuner das große Vorbild. "Von ihr habe ich wahnsinnig viel lernen dürfen. Ich bin froh, dass sie mir so viel Positives mit auf den Weg gegeben hat", sagt die neue deutsche Biathlon-Hoffnung. Nach ihrem WM-Silber-Coup in Kontiolathi gehört die Partenkirchenerin auch an diesem Mittwoch (17.15 Uhr/ARD und Eurosport) über die 15 Kilometer zu den Medaillen-Anwärterinnen.

"Das Einzel-Rennen wird sehr anstrengend werden. Aber ich freue mich auf das Schießen, denn das ist ja wirklich wichtig beim Einzel-Wettkampf", sagt Dahlmeier. In dem Biathlon-Klassiker kostet ein Schießfehler eine Strafminute. Drei Tage nach Silber in der Verfolgung hofft die 21-Jährige auf 20 Volltreffer und "lockere Beine".

Dahlmeier ruht bei dieser WM in sich selbst. "Ich habe zwar meine Ziele, ich habe meine Wunschvorstellung, aber ich möchte das alles etwas ruhiger angehen lassen", sagt sie. "Mir selber mache ich keinen so großen Druck." Neben Dahlmeier laufen Franziska Hildebrand, Vanessa Hinz und Luise Kummer. Damen-Bundestrainer Gerald Hönig schont Franziska Preuß mit Blick auf die Staffel am Freitag und den Massenstart am Sonntag.

Bei den Männern werden am Donnerstag neben dem gesetzten Verfolgungsweltmeister Erik Lesser noch Simon Schempp, Arnd Peiffer und Benedikt Doll starten. Der ursprünglich vorgesehene Andreas Birnbacher ist weiter krank und fliegt heim. Ein anhaltender Infekt der oberen Atemwege sei schuld, teilte der Deutsche Skiverband (DSV) am Dienstag mit.

Birnbachers Pechsträhne begann im Sommer 2013 als er sich einen Innenbandriss zuzog. Danach fing der 33-Jährige mit Blick auf Olympia in Sotschi zu schnell wieder mit dem Training an, ignorierte zu lange die Fußschmerzen und musste von den Olympischen Winterspielen bereits frühzeitig nach Hause fliegen. Danach ließ er sich am rechten Sprunggelenk operieren. Im Juni - an einem Freitag, den 13. - rutschte er beim Skirollern aus und brach sich die Schulter.

Besser läuft es bei Dahlmeier. Im Februar in Nove Mesto hatte sie ihren ersten Weltcup-Sieg geholt. Drei weitere Podestplätze standen vor Kontiolathi in ihrer Bilanz. Und das, obwohl sie wegen einer Fußverletzung verspätet in den Weltcup eingestiegen war.

Ein wenig staunt die Biathletin über sich selbst. "Es ist unheimlich schnell gegangen", sagt sie über ihren blitzartigen Aufstieg. Vielleicht auch, weil sie mit einer Treffer-Quote von weit über 90 Prozent zu den besten Schützinnen im Weltcup gehört. Und weil auch die Laufform stimmt, ist von nun an wirklich nichts mehr unmöglich.
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