Auf Spaniens Spuren

Was hat Bundestrainer Joachim Löw (rechts) seinem neuen Assistenztrainer in die Trainingsunterlagen geschrieben? Thomas Schneider studierte die Anordnungen beim ersten Training auf jeden Fall sehr intensiv. Bild: dpa

Vor dem Doppelpack in der EM-Qualifikation warnt Joachim Löw vor den Gegnern Polen und Irland. Am Selbstverständnis der Weltmeister ändert das nichts. Auch der neue Assistent Thomas Schneider spricht gleich an seinem ersten Arbeitstag von neuen Titelambitionen.

Manuel Neuer eilte schnellen Schrittes durch den Nieselregen ins Hotel - in den Händen zwei Plastiktüten voll gestopft mit Torwart-Utensilien. Toni Kroos wäre beinahe gestolpert beim Versuch, auf dem Weg in die noble Lobby zwei Stufen auf einmal zu nehmen. Die Weltmeister hatten es bei der Ankunft am Dienstag in Frankfurt offenkundig eilig, ihre Arbeit aufzunehmen. Nur Julian Draxler fehlte beim Treffpunkt der Fußball-Nationalmannschaft. Ein grippaler Infekt verhinderte die Anreise des Schalkers. Je nach Genesung soll er in dieser Woche noch zum Team stoßen.

Joachim Löw drückte für die Vorbereitung auf die wichtigen EM-Qualifikationsspiele am Samstag, 11. Oktober (20.45 Uhr/RTL), in Polen und drei Tage später in Gelsenkirchen gegen Irland seine Erwartungshaltung deutlich aus: "Von Beginn an überzeugend und voll konzentriert" will der Bundestrainer seine Profis vor den Duellen gegen die größten Konkurrenten auf dem Weg zur EM 2016 sehen. "Wir werden jetzt noch mehr gejagt. Polen ist ein unangenehmer Gegner, uns erwartet eine hitzige Atmosphäre", ergänzte Manager Oliver Bierhoff. Erwartungshaltung und Selbstverständnis gehen beim Weltmeister aber natürlich über die Qualifikation hinaus. Der neue Löw-Assistent Thomas Schneider berichtete gleich an seinem ersten Arbeitstag mit der Mannschaft von seinem spontanen Gedanken als TV-Zuschauer des glorreichen WM-Finals gegen Argentinien im Juli - als er mit seinem neuen Posten nur liebäugeln konnte. "So, jetzt wie Spanien Europameister werden!"

Bis zum Freitag bereiten Löw und Schneider den Weltmeister in der Main-Metropole vor, dann steht der Flug nach Warschau an. Bis zu einem möglichen Eintreffen Draxlers haben die DFB-Coaches nur 19 Spieler zur Verfügung - darunter 15 Weltmeister und den Leverkusener Karim Bellarabi als einzigen Neuling. Löw muss auf Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira, Benedikt Höwedes, Marco Reus und Mario Gomez verzichten.
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