Augsburg feiert in Belgrad den größten Erfolg der Vereinsgeschichte
FCA hofft nach Krimi auf "Hammerlos"

Ausgelassen jubelten die Augsburger nach dem Schlusspfiff. Mit dem entscheidenden Tor in der 89. Minute erreichten die Schwaben das Achtelfinale in der Europa-League. Bild: dpa

Belgrad. Im Rausch des Sieges genehmigte Markus Weinzierl seinen "Helden von Belgrad" ein Gläschen beim Bankett im Teamhotel. Und nach dem Fußball-Krimi mit dem Last-Minute-Happy-End durch Torjäger Raúl Bobadilla waren sich alle im Tross des FC Augsburg rasch einig, gegen wen die fantastische Europareise am liebsten weitergehen soll. "Jetzt hoffen wir auf ein Hammerlos", verkündete der einfach nur "riesig stolze" FCA-Trainer Weinzierl in der Nacht nach dem wundervoll irren 3:1 (1:1)-Triumph bei Partizan Belgrad.

Auf den frenetischen Siegesjubel folgte am Tag danach eine nicht vorhergesehene Panne. Der Rückflug der Augsburger Europa-Helden aus Belgrad wurde kurzerhand gestrichen. Offensichtlich konnte das Flugzeug, das Bobadilla und Co. zurück in die Heimat bringen sollte, wegen Nebels nicht von München nach Belgrad starten. Eine Ersatzmaschine sollte für den FCA aufgetrieben werden.

Im neuen Jahr werden für die Schwaben weitere Reisen im Europapokal warten. "Manchester United wäre begeisterungsfähig für mich. Liverpool oder irgendetwas anderes auf der Insel", lautete Weinzierls Wunschzettel für die Auslosung der Runde der besten 32 in der Europa-League am Montag (13.00 Uhr) im schweizerischen Nyon.

Ein Duell mit dem aus der Champions-League katapultierten ManUnited um Weltmeister Bastian Schweinsteiger oder auch den von Jürgen Klopp trainierten Liverpoolern am 18. und 25. Februar 2016 wäre das absolut passende Weihnachtsgeschenk. "Wir würden uns über einen englischen Club freuen. ManU, Liverpool, das sind große Namen", sagte Manager Stefan Reuter. "Ich denke mal, dass wir einen richtigen Kracher kriegen. Es wird nicht einfach, aber schön", meinte Mittelfeldspieler Daniel Baier mit leuchtenden Augen. "Vielleicht Liverpool", sagte Bobadilla, der Schütze des alles entscheidenden 3:1 in der 89. Minute: "Es hat gedauert bis zur letzten Minute. Einfach geil!"

Ausgelassen tanzten die FCA-Profis über den Rasen, auch in der Kabine herrschte Partystimmung, ebenso später beim Essen im Teamhotel. Weinzierl und Reuter genehmigten trotz des schon am Sonntag (15.30 Uhr) anstehenden Bundesliga-Heimspiels gegen Schalke 04 "ein Gläschen" nach der Sternstunde. "Es war schon der größte Erfolg, dass wir überhaupt Europapokal spielen. Das war ein sensationeller Tag. Es ist der größte Erfolg der Vereinsgeschichte", frohlockte Weinzierl.

Auch wenn die Traumnacht im Partizan-Stadion enorm viel Kraft kostete, soll sie noch mehr Energie freisetzen für den Jahresendspurt gegen Schalke, im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund und beim Hamburger SV. "Gegen Schalke werden wir wieder eine neue, frische Aufstellung präsentieren. Ich gehe davon aus, dass wir mindestens einen Punkt feiern können", sagt Weinzierl. Zuzutrauen ist das den famosen FCA-Helden jetzt wieder.
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