Aus für den Hoffnungsträger

Der VfB Stuttgart hat sich von Alexander Zorniger getrennt. Es war erwartet worden, dass der eigenwillige Coach mindestens noch bis zur Partie gegen Dortmund eine Schonfrist erhalten würde. U 23-Coach Kramny übernimmt die Profis interimsmäßig.

Der VfB Stuttgart hat auf seine tiefe sportliche Krise unter Trainer Alexander Zorniger reagiert. Drei Tage nach dem desaströsen 0:4 gegen das damalige Schlusslicht FC Augsburg trennte sich der Drittletzte der Fußball-Bundesliga von dem im Sommer als Hoffnungsträger geholten Coach. "Wir haben die Konsequenzen gezogen", berichtete Sportvorstand Dutt nach einem emotionalen zweistündigen Gespräch mit dem von ihm menschlich und fachlich extrem geschätzten Zorniger am Dienstag. "Es war eine Mischung aus der sportlichen Situation und den Lösungen, die der Trainer angeboten hat."

Mannschaft aufbauen

Der bisherige U 23-Trainer Jürgen Kramny soll nun die Mannschaft übergangsweise betreuen. Der ehemalige VfB-Profi habe "nicht einmal eine Sekunde" gebraucht, um das Angebot anzunehmen, berichtete Dutt. Kramny muss die völlig verunsicherten Stuttgarter als erstes für die extrem schwierige Partie beim Tabellenzweiten Borussia Dortmund an diesem Sonntag aufbauen. "Es ist eine Interimslösung", stellte Dutt klar, dass ihm mit Kramny kein Modell wie bei Borussia Mönchengladbach vorschwebt. Zu möglichen Trainerkandidaten beim VfB wollte Dutt nichts sagen.

Trotz der weitgehend enttäuschenden Leistungen unter dem mit vielen Vorschusslorbeeren verpflichteten Zorniger kam die Trennung zu diesem Zeitpunkt überraschend. Eigentlich stand am Dienstag nur die routinemäßige Medienrunde mit Dutt auf dem Programm. Aber gegen acht Uhr hatten sich der Sportvorstand und der Coach zu einem intensiven und leidenschaftlichen Meinungsaustausch getroffen. Am Ende des Gesprächs stand dann die Trennung. "Darüber bestand hundertprozentiger Einklang", versicherte Dutt.

Dessen ungeachtet leitete Zorniger noch die Trainingseinheit am Vormittag. Erst danach gaben er und der Manager den Profis das Ende der Zusammenarbeit nach nur 146 Tagen bekannt.
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