Ausschreitungen werden Konsequenzen haben - Drastische Strafen bis hin zu einem Geisterspiel ...
Kölner Hooligans stürmen den Platz

Jagdszenen nach dem Rheinderby: Vermummte Randalierer aus dem Kölner Fanblock stürmten nach dem Schlusspfiff, bekleidet mit weißen Overalls, das Spielfeld. Bei den Ausschreitungen wurden ein Polizist sowie Ordner verletzt. Bild: dpa
Zorn, Fassungslosigkeit und völliges Unverständnis beim 1. FC Köln. Nach dem Platzsturm von unbelehrbaren Hooligans am Ende des 0:1 (0:0) bei Borussia Mönchengladbach, dem sinnlosen Abbrennen von Pyrotechnik und dem Entzünden von Böllern drohen dem FC drastische Strafen bishin zu einem Geisterspiel. Nicht nur Manager Jörg Schmadtke war regelrecht angewidert: "Das ärgert mich extrem." Sein Freund und Kollege Max Eberl, Sportdirektor der Borussia, verglich die Hooligans im ZDF mit "wilden Tieren".

Wenige Stunden nach dem 82. Bundesliga-Rheinderby distanzierte sich der FC "ohne Wenn und Aber" von den unrühmlichen Vorfällen. Dem Verein und seinen ansonsten "großartigen Fans" sei "massiv" geschadet worden. In einer Phase, in der die Kölner mit dem DFB in einem Austausch über angemessene Strafen und die richtige Bewertung von Fan-Arbeit sind, seien die Vorkommnisse "ein schwerer Rückschlag, der den Club enttäuscht und ärgert".

Schmadtke ließ schon wenige Minuten nach der Niederlage und dem hässlichen Ende wissen, dass der FC - nicht zum ersten Mal - mit harten Strafen rechnen muss: "Die werden schon deutlich werden." Auch die Borussia muss wegen mangelnder Platzaufsicht mit einer Bestrafung rechnen, obwohl die Aktion der rund 25 Vermummten nur aus dem Kölner Block resultierte. VfL-Spieler Granit Xhaka, der in der Nachspielzeit (90.+1 Minute) mit seinem ersten Kopfballtor im Fohlen-Dress die Partie entschied, sagte, es sei "bitter für den Fußball, dass so etwas passieren kann". Der FC will nun bei der Täterermittlung aktiv werden und die Verursacher "konsequent sanktionieren". Da kostümierte Fans an Karnevalstagen nicht ungewöhnlich sind, waren die FC-Randalierer mit ihrer Verkleidung bei der Stadionkontrolle offenbar nicht aufgefallen.

Die Vermummten, bekleidet mit weißen Overalls, stürmten praktisch mit dem Schlusspfiff ein Fluchttor und konnten unbegreiflicherweise auf das Feld rennen. Es gab heftige Rangeleien, Fußtritte und Faustschläge. Bei den Ausschreitungen wurden ein Polizist und mehrere Ordner verletzt. Zwei der Krawallmacher wurden nach Angaben eines Polizeisprechers vorübergehend festgenommen.
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