Außenbandriss: Dortmunder fällt nach rüdem Foul bis Januar aus
Drama um Marco Reus

Schon wieder: Marco Reus (links) windet sich nach einem Foul verletzt am Boden. Marvin Bakalorz (nicht im Bild) hatte den Dortmunder rüde umgetreten. Schiedsrichter Wolfgang Stark zeigte nur die Gelbe Karte. Bild: dpa
Jürgen Klopp schäumte vor Wut. Nicht nur der verschenkte Sieg seiner Mannschaft beim 2:2 in Paderborn, sondern auch der erneute Ausfall von Marco Reus und das gestohlene Tor von Kevin Großkreutz schlugen dem Dortmunder Trainer mächtig aufs Gemüt. "Eine schreckliche Szene. Das ist schwer zu verarbeiten", beklagte der Coach das folgenschwere Foul an Reus, "mir fällt es heute schwer, über Fußball zu sprechen." Sportdirektor Michael Zorc wahrte nur mit Mühe die Fassung: "Das war ein Scheiß-Nachmittag." Vor allem die grenzwertige Grätsche von Marvin Bakalorz (64. Minute) im Zweikampf mit Reus brachte Klopp auf die Palme. In erster Wut stürmte er nach dem Abpfiff auf den Platz und beschimpfte den Paderborner Mittelfeldspieler. Einen Tag nach der Partie bestätigte sich der böse Verdacht. Wegen eines Außenbandrisses im rechten Sprunggelenk wird Reus in der Hinserie nicht mehr zum Einsatz kommen und voraussichtlich erst im Januar wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. "Soviel Pech kann man gar nicht haben", meinte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Für den Nationalstürmer geht damit der Alptraum weiter, der vor der WM begann. Im letzten Testspiel vor der Abreise des Nationalteams erlitt er einen Teilriss des Syndesmosebandes, der ihn um die Turnier-Teilnahme in Brasilien brachte. Kaum genesen, zog er sich erneut eine Sprunggelenksverletzung zu. Für den dritten Ausfall des viel umworbenen Stars binnen eines halben Jahres machte Klopp den ehemaligen Dortmunder Bakalorz verantwortlich: "Es passiert ihm immer wieder, dass er so unkontrolliert grätscht." Der Paderborner Profi zeigte sich nach Sichtung der TV-Bilder reumütig: "Das war zu heftig. Es tut mir auf jeden Fall leid." Nur mit Glück entging Bakalorz einem Platzverweis - er wurde nur mit Gelb bestraft. "Als ich nachher die Zeitlupe gesehen habe, habe ich mich selbst erschrocken und muss sagen: Rot wäre die richtige Entscheidung gewesen", bekannte Schiedsrichter Wolfgang Stark nachher.

Saglik mit dem Ausgleich

Das 2:2 beim Aufsteiger war für den Revierclub der neue Tiefpunkt der bisherigen Krisensaison. Selbst die Zwei-Tore-Führung durch Pierre-Emerick Aubameyang (12.) und Reus (45.+1) zur Pause verhalf nicht zu einem Happy End. Paderborns Torschützen Lukas Rupp (60.) und Mahir Saglik (81.) rissen die Borussia aus allen Träumen vom zweiten Sieg nacheinander. Es passte ins Bild von einem verwunschenen Spieltag, dass ein Treffer von Großkreutz (80.) zum möglicherweise vorentscheidenden 3:1 für den BVB wegen angeblicher Abseitsstellung nicht anerkannt wurde. Für Klopp war dies ein weiterer Grund zur Klage: "Dann steht es 3:1 und das Ding ist gegessen."
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