Bamberg einen Zug vorne

Vergeblich wehrten sich die Bayern-Basketballer, wie hier Dusko Savanovic (links) gegen Elias Harris, beim dritten Finalspiel in Bamberg gegen die zweite Niederlage. Am Mittwoch kommt es in München zu Runde vier und zugleich zum ersten Matchball für Bamberg. Bild: dpa

Nach dem klaren Bamberger Sieg im dritten Playoff-Finale ist Bayern-Coach Pesic unzufrieden mit seinem Team. Der Titelverteidiger könnte bereits am Mittwoch in eigener Halle entthront werden.

Auf die Frage, was er im vierten Finale am Mittwoch ab 20 Uhr in München erwarte, antwortete Andrea Trinchieri schlicht: "Krieg." Anders als üblich gab der Trainer der Brose Baskets Bamberg diese Antwort nicht in englischer Sprache, sondern auf Deutsch.

Nachdem sein Team in der bayerischen Finalserie der Basketball-Bundesliga vergangene Woche schon mal eine "Schlacht" im Bayern-Dome gewonnen hatte, weiß der italienische Headcoach: "Es ist jetzt wie Schach. Wir sind einen Zug weiter, aber eben nur einen Zug."

Beim 91:79-Erfolg in Spiel drei hatte sich der Vorrundenprimus am Sonntagabend in eigener Halle überlegen präsentiert und führt gegen den (noch) amtierenden Meister nun mit 2:1-Siegen. Auf dem Weg zur Meisterschaft fehlt nur noch ein letzter Schritt. "Es wird das härteste Match. Sie sind ein smartes Team und haben mehr Erfahrung als wir", erklärte Bambergs Aufbauspieler Janis Strelnieks.

Er war mit 16 Punkten Topscorer der Oberfranken. Für Spiel vier erwartet der Lette ein Bayern-Team, das "zehn Mal härter agieren wird als zuvor. Sie haben nichts zu verlieren", sagte Strelnieks voraus.

In Bamberg hatten die Basketball-Riesen von Trainer Svetislav Pesic einen schwarzen Tag erwischt. "Wir haben die schlechteste Defensive der ganzen Saison gespielt. Bamberg alleine ist zwar gut, aber nicht so gut wie es die 91 Punkte vermuten lassen", klagte Pesic.

Mit 13 von 22 Dreipunktewürfen und einem Lauf im dritten Viertel hatte der sechsmalige Meister aus Oberfranken die Partie entschieden. Der Bayern-Trainer vermisste schlicht die Härte seines Teams: "Fouls sind ein elementarer Teil der Verteidigung und des Spiels", erklärte er. "Wir haben nach der Pause besser, mit mehr Intensität gespielt", sagte Trinchieri. Bambergs Coach freute sich, wie "sein Team die Party von John Bryant in der zweiten Halbzeit gestoppt hat". Bryant erzielte 20 Punkte, 18 davon vor dem Seitenwechsel.

"Sind selbstbewusst"

Wie gegen ALBA Berlin im Halbfinale liegen die Münchner mit 1:2 zurück. Aus der Not, zwei Spiele in Serie gewinnen zu müssen, muss der Meister eine Tugend machen. "Wir waren schon einmal in dieser Situation. Wir sind selbstbewusst", sagte Kapitän Bryce Taylor. Der am Sonntag noch verletzte Anton Gavel, der erst im vergangenen Sommer aus Bamberg gekommen war, präsentierte sich nach der Pleite ebenfalls mit Selbstvertrauen. "Es ist noch nichts entschieden."
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