Barça: Sechs Titel möglich

Mit dem Sieg im Supercup-Finale gegen den FC Sevilla gewann der FC Barcelona den vierten Titel in diesem Jahr. Kapitän Andres Iniesta reckt die Trophäe in die Höhe, rechts daneben der deutsche Torwart Marc-André ter Stegen. Bild: dpa

Der FC Barcelona und der FC Sevilla haben mit einem tollen Supercup-Finale Werbung für den Fußball betrieben. Lionel Messi erwies sich bei Barças 5:4-Sieg nach Verlängerung mit zwei Freistoßtreffern als Kunstschütze. Der gefeierte Held bei den Katalanen war jedoch ein Reservist.

Ein Lionel Messi allein reicht nicht. In einem dramatischen Finale um den europäischen Supercup schoss der Edelreservist Pedro Rodríguez, der eigentlich gar nicht eingesetzt werden sollte, den FC Barcelona zum Sieg. Sein Treffer in der 115. Minute zum 5:4-Erfolg des Champions-League-Siegers über den Europa-League-Gewinner FC Sevilla könnte der letzte Dienst gewesen sein, den der Stürmer Barça erwies. Der spanische Nationalspieler wird mit Manchester United in Verbindung gebracht.

"Ich bin glücklich, dass Pedro das Siegtor erzielte", freute sich Messi für seinen Teamkameraden. "Er hat es vollauf verdient." Der Argentinier hatte den Treffer mit einem Freistoß vorbereitet. Sevillas Torwart António Alberto Beto ließ den Ball abprallen, Pedro war am schnellsten zur Stelle und staubte ab. Für die Barça-Fans war es wie ein Déjà-vu-Erlebnis: Vor sechs Jahren hatte Pedro im Supercup-Finale gegen Schachtjor Donezk das Siegtor für Barça geschossen, ebenfalls nach Vorarbeit von Messi und ebenfalls in der 115. Minute.

Noch zwei Titel fehlen

Torwart Marc-André ter Stegen kann nach dem Erfolg am Dienstag in Tiflis weiterhin von einem sechsfachen Titelgewinn mit Barça im Jahr 2015 träumen: Nach dem Gewinn der Meisterschaft, des Pokals, der Champions-League und des Uefa-Supercups fehlen nur noch der spanische Supercup und die Club-WM. Allerdings begann das Finale in Georgiens Hauptstadt für den deutschen Keeper nicht wie gewünscht. Schon nach drei Minuten war der Ex-Gladbacher nach einem Freistoß von Ever Banega zum ersten Mal geschlagen. Die Freude der Andalusier währte jedoch nicht lange. Messi (7./16. Minute) erwies sich als der noch bessere Kunstschütze und brachte Barça mit zwei präzisen Freistößen in Führung. Als Rafinha (44.) und Luis Suárez (52.) auf 4:1 erhöhten, schien Barça einen Kantersieg anzusteuern. Niemand setzte einen Pfifferling auf Sevilla.

Die Abwehr der Katalanen erwies sich jedoch - wie bereits in den Testspielen - als anfällig. Als Messi die Kräfte ausgingen, begannen die Sevillaner eine unverhoffte Aufholjagd. José Antonio Reyes (57.), Kevin Gameiro (72./Elfmeter) und Jewgen Konopljanka (81.) glichen zum 4:4 aus.

Die spanische Presse feierte das torreiche und mitreißende Spiel als Werbung für den Fußball. Nie zuvor hatte es neun Tore in einem Supercup-Finale gegeben. Das Endspiel verdeutlichte auch die Dominanz der spanischen Clubs im Vereinsfußball. Seit dem Europa-League-Gewinn des FC Sevilla im Jahr 2014 gewannen die Spanier alle internationalen Titel, sieben an der Zahl.

Pedro der Matchwinner

Barças Matchwinner Pedro wusste nicht so recht, ob er sich freuen oder ärgern sollte. "Ich war wütend, weil ich nicht in der Startelf stand", räumte der Stürmer ein. Trotz des Ausfalls des an Mumps erkrankten Superstars Neymar begann Pedro das Finale auf der Ersatzbank. Trainer Luis Enrique wechselte ihn erst zur Verlängerung ein. "Ich will bei Barça bleiben", betonte der Angreifer. In der spanischen Nationalelf gehört Pedro zum festen Stamm, bei Barça hingegen hat er im Sturm gegen Rivalen wie Messi, Luis Suárez und Neymar wenig Chancen.
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