Basketball-Finale
Die Ulmer wittern ihre Chance

Ulms Per Günther (rechts) und seine Teamkollegen wollen im ersten Final-Heimspiel gegen Bamberg den Ausgleich schaffen. Experten trauen den Schwaben aber nicht allzu viel zu. Bild: dpa

Ulm. Auch wenn Per Günther seinen Junggesellenabschied verschieben musste, insgeheim hat der Ulmer Kapitän wohl doch mit einem Auftritt im Basketball-Finale gerechnet. "Als der Spielplan raus war, wurde die Hochzeit auf die Woche nach dem theoretischen fünften Spiel im Finale gelegt, um da auf der sicheren Seite zu sein", verriet Günther vor dem zweiten Finalspiel um die deutsche Meisterschaft gegen Bamberg am Mittwoch (20.30 Uhr/Sport1 und TelekomBasketball) . Der Publikumsliebling wird nun am 2. Juli seine langjährige Lebensgefährtin heiraten. Dann ist - nach den Endspielen und vor den Nationalmannschaftslehrgängen - die Basketball-Pause garantiert.

Den Ulmern werden nach der 82:101-Niederlage zum Auftakt der Best-of-five-Serie kaum Chancen auf den Titel eingeräumt, doch genau das könnte ihre Stärke sein: "Wir spielen mit einer gewissen Leichtigkeit. Wenn man zu Hause nicht der Favorit ist, wenn man der deutliche Underdog ist, dann ist das eine sehr entspannte Situation", sagte Günther.

Seit acht Jahren spielt der in Gießen geborene Hagener nun in Ulm. Es ist sein Verdienst, dass der nach der Hauptrunde siebtplatzierte Club mit Siegen über Oldenburg und Frankfurt in den Play-offs so weit gekommen ist. Günther ist längst zu einer der prägenden Figuren der Liga geworden. Viermal wurde er sogar zum beliebtesten Bundesliga-Profi gewählt. Ein Finale hat er aber mit seinem Verein noch nicht gewinnen können. 2012 gab es in der Finalserie ein 0:3 - ebenfalls gegen Bamberg. Und in den Pokal-Endspielen 2013 und 2014 gegen Berlin gingen die Schwaben auch als Verlierer vom Feld.

Die Fans sind heiß


Diesmal soll es anders werden. "Ich weiß, dass die Fans heiß auf so ein Spiel sind. Wenn bei uns die ersten zwei, drei Würfe fallen, dann kann es immer noch eine unangenehme Situation für Bamberg werden", sagte Günther.

Sozusagen als Motivationsschub verlängerte der siebenmalige Meister aus Franken am Dienstag den Vertrag des ehemaligen NBA-Profis Darius Miller um zwei Jahre. "Killer-Miller bleibt", teilten die Bamberger mit. Coach Andrea Trinchieri warnte: "Die Serie ist weiter offen, Ulm ist in sehr guter Form." Scheinbar auch abseits des Basketball-Courts: Denn vor dem "zweiten Final-Heimspiel in der 15-jährigen Vereinsgeschichte" hat der Club Großes angekündigt. Sehr wahrscheinlich wird mit dem Hauptsponsor bis 2022 verlängert.
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